Im Juni 2008 waren in Deutschland laut Verbandsmeldung rund 745.000 Menschen in der Zeitarbeit beschäftigt, davon 635.000 im gewerblichen Bereich. Von Politik und den Zeitarbeitsunternehmen als Erfolgsmodell gefeiert, ist die Frage nun, wie sich die Zeitarbeit und weitere flexible Arbeitsmarktmodelle bewähren. Vor allem auch in der Krise.
Rekordjahr der Zeitarbeit
Im letzten Jahr waren ca. 67% der neuen Zeitarbeiter zuvor Arbeitslos gemeldet. Und davon kamen wiederum 13% aus der Langzeitarbeitslosigkeit. (Stand erstes Halbjahr 2007) Nach Angaben des Bundesminsiterium für Arbet und Soziales, wurden im gleichen Zeitraum 25% in eine Festanstellung übernommen. (Der soenannte Klebeeffekt) Erstaunlich nur wenn man die offiziellen Zahlen des Vorjahres zum Vergleich nimmt. Demnach waren im Jahr 2006, also ein Jahr zuvor 590.000 Menschen in der Zeitarbeit beschäftigt. Das ist eine Differenz von 155.000 Beschäftigten. Rechnet man die 25% der in Festeinstellung übernommenen aus 2006 dazu, käme man auf einen Wert von über 300.000 Neueinstellungen die zwischen 2006 und 2007 erfolgt sein müssten.
6,8 Millionen mit Minijob
Ebenso schnellte die Zahl der geringfügig Beschäftigten, also sogenannte Minijobs mit bis zu Euro 400,-Monatsverdienst in die Höhe. Im November gab die Knappschaft 6,8 Millionen Minijobs in Ihrem Bericht an. Dazu kommen nochmals die Midijobs mit bis zu Euro 800,- Verdienst. Die sogenannten Geringverdienern. Hier sind es mittlerweile über 1,1 Millionen.
Im Moment sind also ca. 8,6 Millionen Menschen im flexiblen Arbeitsmarkt tätig. Die Gesamtzahl aller Erwerbstätigen in Deutschland, beläuft sich mittlerweile auf 40,5 Millionen Menschen. Dazu gehören Angestellte, Arbeiter, Geringfügig Beschäftigte, Beamte, Soldaten und Selbständige. Damit befinden sich sage und schreibe 21% aller Beschäftigten im flexiblen Arbeitsmarkt.
England als Vorzeigestaat taugt nicht
England galt bis zur Finanzkrise als Vorzeigeland in Sachen flexibler Arbeitsmarkt. Nun allerdings zeigt sich in Zeiten der Krise, dass nicht nur Chancen bestehen, sondern auch erhebliche Risiken zu erwarten sind. So ist aus dem Land der Vollbeschäftigung innerhalb kürzester Zeit ein Inselreich mit 5,8 % Arbeitslosigkeit geworden. Was sich nun alle fragen ist, ob die Arbeitslosenzahlen bei besserer Konjunktur ebenso schnell wieder in die Höhe schnellen. Einen schönen Bericht dazu gibt es bei der Wirtschaftswoche nachzulesen.
In Deutschland jedenfalls wird mit der Verlängerung des Kurzarbeitergeldes - nun ja auch in weiser Vorsicht für die Zeitarbeitsbranche möglich - schon die Handbremse angezogen. Das wird den Effekt verzögern, aber bestimmt nicht gänzlich verhindern können.






























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