Nun hat sich der Axel Springer Verlag, 33,3% der norwegischen Muttergesellschaft StepStone ASA gesichert. Da werden natürlich schnell Gerüchte in Sachen Übernahme laut. Diese dementiert das Unternehmen allerdings. 2004 hatte der Axel Springer AG schon 49,9% der deutschen StepStone AG gekauft. Für 7 Millionen Euro Cash und weiteren 7 Millionen als Anzeigenraum in den Springermedien.
Deutsche Beteiligung sehr partnerschaftlich
Wie der CEO von StepStone ASA, Colin Tenwick bei einem Treffen in Düsseldorf erzählte, hat man - was die Beteiligung von Axel Springer in Deutschland betrifft - eine klare vertragliche Abmachung. Sollte Springer seinen Anteil an der deutschen Stellenbörse verkaufen wollen, dann hat StepStone selbst das Vorkaufsrecht.
Kein Freundschaftsvertrag diesmal
Der Kauf der Anteile am StepStone Mutterkonzern aber, ist über die norwegische Börse gelaufen. Hat man hier bewusst den Weg gewählt um eine solche Vertragsbindung wie im deutschen Fall zu vermeiden? Diesmal kostete der Deal geschätzte 33 Millionen Euro. Axel Springer kauft sich damit nicht nur auf dem internationalen Markt der Stellenbörsen ein, sondern hat damit die Chance gleichzeitig zu einem der 4 umsatzstärksten Softwareherstellern und im Bereich des wachsenden Marktes sogar zum führenden Anbieter von Talent Management Software zu werden, sollte man wider der Beteuerung an eine Übernahme denken. Damit hätte Springer sogar SAP in diesem Bereich dann mit einem Schlag überholt. Interessanter Gedanke, oder?
Stellenbörse oder eher doch Software?
Das Axel Springer damit sein Anzeigengeschäft international ausweiten könnte, wie durch die Kooperation mit StepStone Deutschland, indem man Stellenanzeigen aus den Springer Printtiteln in der Jobbörse platziert, halte ich für nicht wirklich relevant bei dem Deal, zumal die Auslandsmärkte von Axel Springer sich in Ungarn, Polen, Russland, Tschechei, Schweiz, Spanien und Frankreich befinden. Und StepStone die skandinavischen Länder, Deutschland und Österreich eigentlich als Kerngebiet haben. Ich bin mehr als gespannt, ob es bei den 33,3% bleibt. Denn laut der Pressemitteilung von Springer, redet man von Akquisition und nicht Beteiligung. Aus Sicht des Axel Springer Verlags eine kluger Schritt. Während andere sich ewig nur an Startups finanziell beteiligen in der Hoffnung das von 10 Stück eines mal läuft, hat man hier lieber einmal in einen Marktführer mit schwarzen Zahlen investiert. Da hat jemand aus den Versuchszeiten von Jobversum gelernt. Leider war Springer und StepStone noch zu keiner Stellungnahme bereit, bzw. terminlich verhindert.






























September 3rd, 2009 at 15:53
Heute ist bekannt geworden, dass Springer nun sogar die Mehrheit an der norwegischen StepStone ASA übernimmt.
September 4th, 2009 at 11:06
Hallo Thorsten,
ich denke nicht, das Springer ein ernsthaftes Interesse an der Software-Sparte von Stepstone hat. Den Medienleuten fehlen hier historisch alle Know - How Grundlagen, um in diesem Markt mitzumischen. Als proftiabler Zweig und Cash-Cow in der Gruppe sicherlich interessant, täte man sich letztlich keinen Gefallen, sich aktiv zu engagieren.
Jobbörse und ERP Bereich haben ausser wahrscheinlich ausser den gemeinsamen Kunden kaum Synergieeffekte. Das eine ist Service, das andere Produkt (der Softwarebereich hat ja sogar einen eigenen Internetauftritt.)
Das Recruiting ein prozessualer Bestandteil von Talentmanagement ist, kann man zwar nicht abstreiten, aber das ist kein Grund, sich in einem Geschäft zu bemühen, für das man jahrelange Expertise benötigt.
Meine Vermutung geht in eine ganz andere Richtung. Wenn Springer erstmal feststellt, das sich oben genannte Synergien in engen Grenzen halten, wäre die Konsequenz die “Vergoldung des Tafelsilbers”, sprich: die Veräußerung der Softwaresparte, mit der mittelfristig die Kriegskasse wieder aufgefüllt wird und die Ausgaben für die Übernahme gedeckt werden könnten. Ein potentieller Interessent wäre vielleicht die Software AG?
September 4th, 2009 at 11:44
Hallo Edmund,
habe mir dazu auch Gedanken gemacht. Glaube aber, dass man verrückt wäre das zu dividieren. Die Synergien sind doch größer als man denkt. Viel wichtiger jedoch ist, dass die Software läuft, auch wenn in schlechten Zeiten die Online Stellenanzeigen eben nicht so gefragt sind. Die jahrelange Zusammenarbeit hat das ja auch Springer vor Augen geführt. Nein, ich glaube nicht an einen Weiterverkauf. Aber lass uns mal warten was noch kommt. Vielleicht legt Springer ja noch eine Schippe drauf und kauft selber noch was Passendes in dieses Portfolio. Wer weiß ;-)