Stellenbörsen unterliegen natürlich ebenso wie Printmedien, den Schwankungen der Wirtschaft und damit des Arbeitsmarktes. Was macht man aber als Stellenbörse in schlechten Zeiten. Na klar, das ganze Angebot einfach anders herum verkaufen. Keine Stellenanzeigen verkaufen, sondern die Aussicht auf einen neuen Job. Und zwar an die Unternehmen. Wie das geht? Ganz einfach:
Man baue eine Stellengesuchedatenbank, in der sich aber nicht der Bewerber selbst, sondern die Unternehmen die eigenen Mitarbeiter einstellt. Und zwar diese die man gekündigt hat oder beabsichtigt zu kündigen. Klar, das geht in Richtung Outplacement. Aber halt digital.
Der amerikanische Anbieter nennt sich RiseSmart (was so viel wie cleverer Aufstieg bedeutet) und ist seit 2007 online. Die Idee: Nur Jobs ab 100.000,- Dollar im Jahr sollen vermittelt werden. Dafür sollen die Unternehmen die Kandidaten durchreichen, die in dieser Gehaltsklasse liegen und aus dem eigenen Unternehmen gekickt werden sollen. Dafür zahlen die Unternehmen dann pro Mitarbeiter 995,- Dollar Gebühr.

Screenshot von RiseSmart
Die Mitarbeiter/Bewerber werden dafür “persönlich” betreut. Will heißen, das sich jemand dem Lebenslauf und Anschreiben annimmt und optimiert, welche per EMail zugesendet wurden. Laut RiseSmart hört sich das dann so an:
A Certified Professional Resume Writer works with each employee to craft a resume and cover letter guaranteed to get them an interview.
Ich wusste gar nicht, das es zertifizierte, professionelle Stellengesuche-Texter gibt. Man nennt das dann auch recht vornehm klingend: Transition Consierge. Die Daten der Bewerber werden dann mit offenen Positionen aus dem Web abgeglichen und der Bewerber bekommt diese täglich per Mail zugestellt. Na, das ist aber nun nicht gerade neu. Fasst man den Service zusammen, so würde ich vermuten:
- Dass Unternehmen ihre geschassten Mitarbeiter dorthin für 995,- Dollar/Person durchreichen.
- Die Jungs von RiseSmart die Daten der Bewerber so in die eigene Datenbank eingeben, dass es mit der Verschlagwortung der Anzeigen in den Stellenbörsen passt.
- Damit kann man dann sauber eine Suche über mehrere Jobbörsen laufen lassen und die gesammelten Ergebnisse den Bewerbern präsentieren.
- Das Ganze als wahnsinnig exklusiv verkauft aber eigentlich nur den Job übernimmt, den die Bewerber selber auch machen könnten: Sich in die Datenbanken eintragen lassen und die EMail Funktion zu nutzen.
- Bewerben müssen sich die Kandidaten dann selber, wenn ich recht verstehe. Immerhin wird ein Termin zu einem Bewerbungsgespräch garantiert.
Auf jeden Fall fanden Norwest Venture Partners die Sache so toll, dass diese nun 3 Millionen Dollar dort reingepumpt haben. In eine Website die laut Alexa kaum Traffic besitzt. Mal sehen was daraus wird. Vielleicht biete ich ja auch mal so eine Datenbank für Unternehmen an. Outplacement wird ja sicher das Thema 2009 nach Employer Branding in 2008.






























Schreibe Deine Meinung