businesslive – Holtzbrinckverlag eröffnet neue Stellenbörse mit Social Network

So, Mrz 9, 2008

Stellenbörsen & Networks

In den 90ern waren die Zeitungsverlage der Meinung, dass Online Stellenbörsen nur eine kurze Lebensdauer aufweisen würden. Was haben wir alle im online Business über die Engstirnigkeit gelächelt. Sie wurden eines Besseren belehrt und mussten für diese Fehleinschätzung große Umsatzeinbußen hinnehmen.

Und nun das: Während die großen Jobportale die ganze Zeit über die Zukunft der eigenen Märkte philosophieren, handeln andere. Und gerade ein Verlag zeigt nun wo es langgehen KÖNNTE. Ich behaupte das die Zusammenführung von einem Social Network und einem Karrieremarkt mit ausgeklügelten Matchingfunktionen, kein Non plus Ultra darstellt, aber BusinessLive zeigt das die neuen Zeiten angebrochen sind.

Kurzes Fazit zu BusinessLive: Der Einstieg zeigt eine verschwommene Seite, wie es aussehen könnte. Dazu Infobuttons, wo man näheres über die Funktionen und Ansichten erfährt. Stellt mich nicht ganz zufrieden. Internet heißt live erleben und nicht so könnte es sein, wenn Du Dich anmeldest. Denn hier liegt für mich das ganz Üble. Freunde, ich kann doch nicht sagen, Du musst Dich erst anmelden um was zu sehen. Das zwanghafte Anmelden ist ein absolutes NoGo im Internet!!! Nach der Anmeldung geht es wie gewohnt weiter. Persönliche Daten und Bild hochladen. Dann aber kann ich mich selbst einschätzen und verschlagworten. Dazu gehören auch die Softskills, die später dann mit den angebotenen Jobs gemacht werden. Als Unternehmen mache ich das gleiche mit meiner Anzeige. Aber ach…ich kann nur einen nicht zu bearbeitenden Text eingeben. Kein Editor kein Html. Juchu, ich kann darunter aber meine fertige Anzeige hochladen…denkste. Nur als pdf oder jpg. Ja, was ist denn das? Das geht ja gar nicht. Soll ich nirgendwo anders gefunden werden oder kennt man bei Holtzbrinck keine Html Anzeige? Das ist steinzeitlich!!! Das Bezahlverfahren läuft per payperclick Verfahren. Also nur beim Anklicken der Anzeige bekommt das Unternehmen 49 Cent vom vorher zu bestimmenden Budget abgezogen. Hier fehlt mir als Unternehmen übrigens der Hinweis, wie ich Restguthaben zurückbekomme. Da dürfte sich mit der Zeit nämlich auch ein nettes Sümmchen anhäufen bei Holtzbrinck. Den Mindesteinsatz von 100 Euro finde ich zu hoch für den Start, da gerade Kleinunternehmen, bestimmt gerne einfach mal die Funktion getestet hätten.

Alles in allem stellt BusinessLive den Zusammenschluss von Social Network, Stellengesuchedatenbank und Jobposting dar. Das Ganze mit einem feinen Matching versehen, sodass im idealen Falle, jeder wirklich passende Jobs angezeigt bekommt oder diese weiterreichen kann. Mein Problem ist nur, wie genau passiert das eigentlich. Wenn der Bewerber seine Softskills angeben soll, ist das objektiv? Und wie fein ist das synchronisiert? Die Qualität wird sich zeigen.

Das verrückte ist ja, dass die amtierenden Top Stellenbörsen weiterhin Ihre Funktionalität seit über 10 Jahren pflegen. Auch hier ist man in die Jahre gekommen. Eine Stellenanzeige in einen spezialisierten Channel packen, oder Google Maps in die Ergebnisliste zu integrieren…wow…das war´s auch schon. So läuft das aber nicht. Den alten Wagen mit neuen Lampen ausstatten, oder die Sitzbezüge wechseln, macht noch lange kein modernes Auto. Hätten die Stellenbörsen früh genug auf innovative Techniken gesetzt, mit jungen Kreativen gearbeitet, denen man Freiraum lässt, oder schlicht mal den Kunden, also Bewerber gefragt, dann hätte man vielleicht gemerkt dass man sich mittlerweile im Online Business genauso unflexibel und halsstarrig aufführt, wie die Verlage in den 90ern.

 

Vielleicht wacht man langsam auch mal bei den alten Jobbörsen auf. Es lebe das SocialCareerNet ( Der Name ist von mir!)

 
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Der Artikel wurde geschrieben von:

- hat 800 Artikel geschrieben auf blogaboutjob Jobs Karriere Recruiting Arbeit.

Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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2 Kommentare dazu:

  1. Michael sagt dazu:

    Nun – BusinessLive sollte also so etwas wie eine Symbiose aus Xing und Jobpilot werden. Super Gedanke. Ich – als Headhunter – mich flugs angemeldet, um zu sehen. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

    Das Skill-Profil ist eine Zusammenwürfelung von 10 Fragen, die mir geraten haben entweder in F+E oder im Bereich Texten zu arbeiten. Nichts für ungut, aber wenn das ein seriöses Skill Profil (immerhin von einem renommierten Anbieter von Diagnostik-Systemen) sein soll, dann verstehe ich die Zurückhaltung der Unternehmen beim Einsatz solcher Diagnoseverfahren.

    Ich kann natürlich verstehen, dass ein Jobsuchender ungern seine wahre Identität preisgibt, aber wie soll ich einen Menschen ansprechen, der sich als Jim Knopf ausgibt. Und ansonsten keine Informationen über seine Kenntnisse und Fähigkeiten liefert. Da verkommt das übliche “Sehr geehrter Herr Knopf, mit Interesse habe ich Ihr Profil gelesen” doch sehr schnell zur Farce. Dann doch lieber anonym.

    Also ich werde mir die zwei kostenlosen Testmonate genehmigen und melde mich danach wieder.

    Liebe Grüße
    Michael

  2. Michael sagt dazu:

    Nachtrag: nun werden mir doch allen Ernstes Jobangebote als Bezirksvertreter einer bekannten Versicherung als Top-Job offerert. Wie sagte Spliff schon in den 80ern: Computer sind doof. Schade nur, dass sich viele Personaler von solchen Diagnosen leiten lassen. (ich => verständnislos den Kopf schüttele)

1 Trackback für diesen Artikel

  1. LinkedIn Funktion bei Simply Hired und Monster wird zum HR Guru | blogaboutjob sagt dazu:

    [...] aber erst der Holtzbrinck Verlag hat mit BusinessLive eine echte SCN Platform geschaffen. Ich habe hier darüber [...]

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