Macht die Stellenbörse für Promotionjobs wirklich so eine gute Figur?

Mo, Jul 28, 2008

Stellenbörsen & Networks

Wenn Stellenbörsen, die eigentlich fast keiner kennt, sehr gute Zugriffszahlen zu vermelden hat, werde ich natürlich neugierig. So auch diesmal mit Promotionbasis.de Aufmerksam geworden durch die Mitteilung des Unternehmens, dass IVW die Zugriffszahlen nun bestätigt hat, wollte ich wissen was dahinter steckt. Zitat des Geschäftsführers Arne Neuthor: “Die IVW-Zählung soll zukünftig die Zahlen von PB und somit unsere Spitzenstellung unter den spezialisierten Jobbörsen untermauern.”

Schön, aber man hat schlicht vergessen, diese Zahlen in der Mitteilung auch preiszugeben. Da spricht man lieber von 5.500 vermittelten Bewerbungen. Ja wie das denn? Aber zunächst mal, wer ist überhaupt Promotionbasis? Die spezialisierte Stellenbörse gibt es wohl seit 2002. Hier werden Jobs und Informationen aus dem Promotion-, Messe- und Eventbereich angeboten. Inserenten sollen Agenturen, Personaldienstleister und Direktkunden aus der Industrie sein.

Promotionjobs

Auf derWebsite findet man dann die Angaben, dass mehr als 20.000 Besucher mit über 250.000 Seitenaufrufen für Traffic im Monat sorgen. Der Newsletter mit Jobs geht anmehr als 75.000 Empfänger. Ich habe dann mal bei Alexa geschaut ob dem denn so sei und ja, kommt hin. Was mich aber stutzig werden ließ, waren die Page Views per User, also wie viele Seiten der einzelne User im Durchschnitt anschaut. Liegt diese Zahl bei 2,5 Seiten wie bei Ingenieurkarriere.de und bis zu 5,8 Seiten per User bei Monster.de, so kann Promotionbasis tatsächlich stolze 10,2 Seiten pro User aufweisen.

Die Seiten sind mit ordentlich Content gefüllt. Und neben den ganzen Infos gibt es auch ein Forum und einen Chat. Ich vermute das hier die hohen Seitenaufrufe zu Stande kommen. Außerdem hat man eine Menge Unterseiten als Doorwaypages aufgebaut die mit eigenem Look und Feel auch Besucher anziehen werden. Übrigens hat man auch schnell die hohe Anzahl an angemeldeten Nutzern ausgelotet, wenn man bedenkt, dass ein Kontakt auf die Jobinserate nur im angemeldeten Zustand möglich sind. Welch Frevel im Reich der Stellenbörsen. Und damit sind wir wieder beim Thema. Die Jobs!

Die Preise für eine Insertion liegen bei € 19,95 bis € 119,95 pro Monat. Wie werden sehen ob der kölner Spruch, wat nix is, kost och nix, sich bewahrheitet. Die Suchfunktion gestaltet sich recht einfach, was aber auch an der mangelnden Vielfalt in diesem Bereich der Jobtitel liegen mag. Die Auflistung der Jobs allerdings macht etwas stutzig. Eine Menge Werbung die einem mitten in der Ergebnisliste entgegen prangt. Auch sind auf den ersten Blick Googleanzeigen nicht von den eigentlichen Jobs, unbedingt zu unterscheiden. Ärgerlich, da in meinen Augen das so nicht zusammengehört. Was ist Job und was ist Werbung?

promotionjobs

Klicke ich dann auf einen Job, sieht dies zum Beispiel so aus:

Jobs bei Promotionbasis

Ein Paradies für Menschen die mit dem AGG ihr Brot verdienen wollen. Ganz ehrlich, nirgendwo habe ich dies in dieser geballten Form gesehen. Aussehen, Körpermasse, Altersangaben unsw. Unglaublich.

Tja, dann kommt dass mit der Anmeldung. Wer sich bewerben möchte, muss sich zunächst anmelden. Das man auf die Art und Weise rund 4.000 Neuanmeldungen monatlich zu verzeichnen hat, ist mir langsam klar geworden.

Die Anzeigen selbst verfügen übrigens über einen Counter der anzeigt, wie oft solch eine Anzeige angeschaut wurde. Nach rund 3 Wochen Laufzeit wurden die Anzeigen zum Teil nur 1 oder manchmal 5  mal angeschaut. Selbst eine Poweranzeige von Red Bull, hat es nach 3 Wochen nur auf 43 Aufrufe geschafft. Und dies bei 250.000 Seitenaufrufen im Monat auf der Platform?

Mein Fazit: Ich finde ein spezialisiertes Board für Promotionjobs ausgesprochen gut. Fast jedes Unternehmen greift irgendwann oder häufiger auf Promotionmitarbeiter zurück. Sei es für Messen, sonstige Präsentationen oder Verkaufsaktionen. Auch gibt es eine Menge Studenten und hauptberufliche Promotor, die solch eine Plattform bestimmt zu schätzen wissen. Die Preise für eine Anzeige wären vollkommen in Ordnung, wenn denn die Qualität stimmt. Das kann ich nicht beurteilen. Enttäuscht hat mich die Suche, der Anmeldezwang und die Werbemethodik auf der Website. Außerdem mag ich es nicht Äpel mit Birnen zu vergleichen. Ein Chatter ist eben noch lange kein aktiver Jobsucher.

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Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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