Arbeitgeberbewertungen sind ziemlich in. Zu Anfangs von vielen Arbeitgebern nur belächelt oder als unwichtig abgetan, begreifen doch immer mehr, dass die Bewerber die Bewertungen über potentielle Arbeitgeber nutzen. Somit ist es für Bewerber ein Informationsinstrument und für die Unternehmen, speziell die Personaler ein Teil des Employer Brandings und der Selbstreflexion geworden. Das heißt aber auch, dass Personaler diese Bewertungsportale im Auge halten müssen und gezwungen sind, aktiv daran teilzunehmen. Hier sollten auch Mitarbeiter zum Mitmachen aufgefordert werden, sonst läuft jeses Unternehmen Gefahr, dass sich nur die unzufriedenen oder ehemaligen Mitarbeiter dort auslassen. Und das wird schnell subjektiv.
Nun gibt es ein weiteres Portal für Arbeitgeberbewertung. Das Angebot heißt EVALUBA und ist ein StartUp aus Herrenberg (Stuttgart). Der große Vorreiter Kununu hat in meinen Augen erst die Arbeitgeberbewertung hoffähig gemacht. Allerdings wandelt sich Kununu immer mehr auch zu einem Anbieter von Stellenanzeigen. Bewertungen und Anzeigen direkt zusammen anzubieten kann Sinn machen. Das Problem ist vielleicht nur, das der User diese Zusammenstellung nicht so prikelnd findet. Aber irgendwie muss man ja Geld machen.
Das neue EVALUBA ist dagegen ein reines Bewertungsportal. Ob es dabei bleibt, bleibt abzuwarten. Denn Gründer und CEO der als AG registrierten Firma ist Björn Schwenzer, ein ehemaliger Kollege aus jobpilot Zeiten und bis vor 2 Monaten noch bei Monster in Lohn und Brot. Er hat auch direkt Ramona Kesch mitgenommen, ehemalige Mangerin Public Relation, ebenfalls von Monster. Schönen Gruss an dieser Stelle, vielleicht haben Sie ja mal Lust – jetzt wo Sie den Job gewechselt haben – mit mir zu reden. Dann passt auch, das die meistgesehenste Bewertungen im Moment durchweg Monster betrifft und diese sich über die recht miese Bewertung nicht freuen dürften.
Die Usability der Seite ist einfach und recht übersichtlich. Allerdings stören mich ein wenig die Google Adwords auf der Startseite und dass diese sich nicht in der Bildschirmbreite anpasst. Horizontal zu scrollen ist nicht so toll. Ist man eingeloggt besteht das Problem nicht mehr und die Bildbreite passt sich an. Aber ist ja noch in der Beta. Zwar gibt es einen Login Link auf der Homepage, aber keinen Hinweis das man sich anmelden soll um alles nutzen zu können. Die Bewertung der Arbeitgeber erfolgt über ein Formular, wo man mittels Sternen einzelne Punkte bewertet. Zusätzlich kann man noch eine schriftliche Bewertung als Freitext eingeben. Jede Bewertung wird von Evaluba geprüft, bevor diese online ersichtlich ist. Extrem schlechte Bewertungen werden somit nicht veröffentlicht.
Schön ist, dass man Eingaben zum Gehalt und Karriere machen kann und ebenfalls für Bewerber interessante Bewertungen in Sachen Kollegen und Work-Life-Balance gibt. Arbeitgeber können sich die Ergebnisse für ihr Unternehmen zusenden lassen. Ich bin ein Fan von Arbeitgeberbewertungen. Es bietet für beide Seiten Chancen. Für den Bewerber auch mal kritische Stimmen zu hören bzw. zu lesen und für die Unternehmen eine ungefilterte Meinung von Außen zu bekommen um an Schwachstellen zu arbeiten. Ich wünsche dem Team von EVALUBA dabei sehr viel Erfolg! Übrigens, selbst schaltet EVALUBA interessante Anzeigen um Personal zu gewinnen. Es wird ganz klar gesagt, dass es auch Nachteile wie lange Arbeitszeiten und schlechte Lage gibt, aber man alternativen Arbeitsmodellen wie Homeoffice gegenüber aufgeschlossen ist.































Dezember 30th, 2008 at 13:47
Ganz nett geworden, schauen wir mal wie es sich entwickelt.
Beste Grüsse in meine “schwäbische Heimat” :-) und guten Rutsch.
Thomas & das http://www.spirofrog.de Team
August 11th, 2009 at 14:58
Mich nimmt’s wunder wie transparent diese Sites wirklich sind. Klar, es gibt wohl nichts schöneres, als anhand von Bewertungen Dinge, in diesem Fall Arbeitgeber, auszuschliessen. Was mich stutzig macht, sind z.T. diese supertollen Bewertungsresultate von unbekannten Firmen… Wie hoch schätzen Sie den Anteil an Fakebewertungen ein?
Es ist ja offensichtlich, dass Unternehmen eine schlechte Bewertung vermeiden möchten und umgekehrt, kleine, unbekannte UN’s, die sogenannten “Top Talents” zu sich locken möchten.
Es hat sich ja bereits breitgemacht, dass Communities grösstenteils transparent und ehrlich sind, aber birgt das nicht die Gefahr, dass vermehrt UN’s Fakecomments und Ratings abgeben? (Siehe Calvin Klein, nur um ein Bsp zu nennen)
Und klar, für Plattformenbetreiber spielts eh keine Rolle, solange das ganze nicht auffliegt..