Die International Labor Organisation (ILO) hat Ihre diesjährige Studie “Global Employment Trends” veröffentlicht. Im Schatten der weltweiten Wirtschaftskrise geht auch die ILO von einem dramatischen Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen aus. Auch wird die Zahl derer steigen, die trotz Arbeit auf zusätzliche Hilfen angewiesen sind.
Globale Beschäftigungskrise
Trotz weltweiter Konjunkturprogramme geht die ILO weltweit 18 bis 30 Millionen Menschen aus, die 2009 ihre Arbeit verlieren. Sollte sich die Wirtschaftskrise noch weiter verschärfen, ist sogar von bis zu über 50 Millionen die Rede. Noch schlimmer sind die Auswirkungen in den Entwicklungsländern. Hier schätzt man die Zahl der Menschen die wieder in die absolute Armut rutschen könnten, auf unglaubliche 200 Millionen.
Verschiedene Szenarien
Die ILO hat verschiedene Szenarien durchgespielt und ist auf folgende Möglichkeiten gekommen:
- Die globale Arbeitslosenrate steigt auf 6,1 Prozent und würde damit eine Zunahme von 18 Millionen Arbeitslose in 2009 ausmachen. (Grundlage die IWF Konjunkturprognose)
- Sollten sich die IWF Prognosen – wie üblich – als zu optimistisch erweisen, könnte die Arbeitslosenzahl auf 6,5 Prozent steigen und damit 30 Millionen Menschen den Job kosten.
- Trübt sich die Weltwirtschaft noch weiter ein, könnte die Arbeitslosenrate sogar bis auf 7,1 Prozent klettern und damit bis zu 50 Millionen Menschen treffen.
Für die Hälfte aller Beschäftigten weniger als 2 Dollar am Tag
Mit gerade mal bis zu 2 Dollar am Tag müssen eventuell 45 Prozent aller Beschäftigten weltweit auskommen. Das sind Sage und Schreibe 1,4 Milliarden Menschen. Sollte es zum schlimmsten Fall kommen, würde der Anteil der ungesicherten Beschäftigungen (z.B. auf eigenes Risiko Arbeitende oder mitarbeitende Familienmitglieder) auf 53 Prozent aller Beschäftigten steigen.
Schon 2008 gab es mehr Arbeitslose
Im letzten Jahr waren fast 190 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das entspricht einer Arbeitslosenrate von 6 Prozent in 2008 nach 5,7 Prozent im Jahr 2007. Die stärkste Zunahme war erwartungsgemäß gegen Ende des letzten Jahres zu verzeichnen. Interessant ist, dass das tatsächliche Wachstum im Arbeitsmarkt 2008 noch um 1,3 Prozent gewachsen ist. Allerdings lag die durchschnittliche Rate in den letzten 10 Jahren bei rund 1,6 Prozent im Jahr.
Mehr Jobs in Asien, weniger in Europa
Die meisten Jobs sind in den asiatischen Ländern entstanden. In Europa sind tatsächlich mehr Jobs weggefallen als entstanden sind. Daran sieht man, das die Zahl der Anzeigen die wir so gerne in der Branche messen, nicht unbedingt aussagekräftig sind im Bezug auf den Arbeitsmarkt im Ganzen. Entsprechend war in den Industrieländern inklusive der EU auch der Anstieg der Arbeitslosenrate am höchsten: von 5,7 Prozent 2007 auf 6,4 Prozent im vergangenen Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 3,5 Millionen auf 32,3 Millionen.
Wer die gesamte Studie einsehen möchte, kann diese hier als pdf herunterladen. (Englisch)






























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