Nachdem XING sich vor kurzem einen derben Marketingschnitzer erlaubt hat, legen jetzt die Lokalisten aus München nach, mit einer ebenso recht morbiden Werbung für das Social Network.
Auch in der Werbung wiederholt sich alles wie in der Mode. Jedenfalls graben die Werbeagenturen wieder Onlinespiele aus, und bieten es den Kunden als hippes, virales Marketing an. Allerdings ist es schwer ein Game zu entwickeln das wirklich begeistert und gleichzeitig die Werbeaussage transportiert. Da wird wohl jeder vom Moorhuhn träumen, obwohl das Game Jack Daniels – dem Auftraggeber – weniger eingebracht haben soll als den Spielemachern, die das Game nachher in allen möglichen Varianten verschachert haben.
Jedenfalls hat auch XING seine aktuelle Werbekampagne mit einem Game flankiert, das man gemeinsam mit der Werbeagentur Deepblue entwickelt hat. Nach den zahlreichen Protesten der Webgemeinde, wurde das Game vor ein paar Tagen vom Netz genommen. Das Spiel heißt “Save the sacked” was soviel bedeutet wie “Rette die Gefeuerten”. Der Sinn ist es, Menschen die gefeuert wurden und aus einem Hochhaus springen, mit Hilfe eines Fallschirms mit XING-Logo auszustatten und so zu retten.
Der Pressesprecher von XING, Thorsten Vespermann sagte gegenüber Horizont.net, dass die Website ungewollte „Irritationen“ hervorgerufen habe. Die in dem Spiel eingesetzten „Metaphern“ seien offenbar nicht von allen allen Nutzern verstanden worden. Um weitere Irritationen zu vermeiden habe man die Website daher abgeschaltet.
Natürlich muss man als Sprecher Schadensbegrenzung betreiben. Aber den Usern abzusprechen sie würden den übertragenen Sinn nicht verstehen, ist bitter. Vor allem, wenn man ein morbides Spiel anbietet das auch noch schnell Assoziationen weckt zum 9.11 wo Menschen in völliger Verzweiflung in die Tiefe sprangen. Auf jeden Fall heißt es jetzt Game over.
Lokalisten stecken nicht dahinter?
SevenOne Intermedia ist eine Tochter der ProSieben.Sat.1-Gruppe und Hauptgesellschafter des Social Networks Lokalisten. SevenOne zeigte sich sehr schockiert über eine Kampagne für die Lokalisten. Angeblich haben die Lokalisten den Entwurf der Werbeagentur DDB aus Berlin nicht einmal gekannt. Die Agentur habe kein explizites Mandat gehabt, sondern sei von sich aus aktiv geworden, wie es auf turi2 heißt.
Auch Werbung ist Geschmackssache und das diese hier kreativ ist, kann man nicht abstreiten. Zwar macht die Werbung Furore und geht durch alle möglichen Medien, aber ob das den Imageschaden aufwiegt? Nicht nur dass man recht morbide wirbt, sondern die Grafiken auch noch an die Kolonialzeiten erinnern und in meinen Augen auch Rassistisch interpretiert werden könnten.(zum Vergrößern anklicken)
Die Agentur DDB in Berlin, hat bis heute jedenfalls keinen Kommentar auf ihrer Website veröffentlicht. Na dann warten wir mal ab, wem das nächste Ding einfällt.
































März 4th, 2010 at 07:38
Nun ja, was soll man von XINGs Werbeaktion halten? Aus meiner Sicht passt sie recht gut ins Bild von verblendeten Managern, die sich selbst für die Größten und für “unfeuerbar” halten. Ab eines gewissen Status wird man eben nicht mehr gefeuert, sondern “tritt zurück”, was der Karriere, im Gegensatz zu “Gefeuerten” nichts abverlangt.
Eigentlich schade, welches Sozialverständnis heutige Führungskräfte in ihren Köpfen etabliert haben. :-(