China´s Wachstum ist auf seinen billigen Arbeitern begründet und den Ländern, die in den vergangenen Jahren zwar konsumieren aber nicht mehr produzieren wollten bzw. konnten, da man sich zur reinen Dienstleistungsgesellschaft gewandelt hat. Eine große Rolle auf dem chinesischen Arbeitsmarkt spielen dabei die sogenannten Wanderarbeiter. Offiziell gibt es rund 130 Millionen von ihnen. Inoffizielle Zahlen sprechen allerdings von rund 200 Millionen.
Die Wanderarbeiter
Wer sind diese Wanderarbeiter aber eigentlich und welche Rolle spielen sie? Die Wanderarbeiter stammen vom Lande, waren zumeist Bauern. Ihr Land haben sie oftmals an Finanzinvestoren “verkauft”, was nicht immer freiwillig erfolgt sein dürfte. Wenn wir von Landwirtschaft sprechen, reden wir hier nicht über Hektar als Flächenmaß, sondern von Quadratmetern. Eine Bauersfamilie besitzt in China im Durchschnitt 1000 m² was einem sehr großen Garten in unseren Maßstäben entspricht. Daraus lässt sich die Familie ernähren und 60 Euro erwirtschaften - pro Jahr!
Zur Illegalität gezwungen
Somit sind viele Millionen gezwungen, sich als Wanderarbeiter zu verdingen. Denn hier gibt es schon mal den Mindestlohn von 90 Euro im Monat. Dieses Heer an Menschen findet Arbeit in den Städten. Doch hier beginnt oftmals das nächste Problem. Nicht nur das Ausreisen ist schwierig für chinesische Bürger. “Hukou” heißt der Pass, der durch das Haushalts-Registrierungssystem ausgestellt wird und zur Arbeit in der Stadt berechtigt. Und eben diese Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung bekommen die Wanderarbeiter nicht. Begründet wird dies damit, dass die Regierung eine Landflucht und einen Zusammenbruch des Sozialsystems befürchtet, da mit dem “Hukou” gleichzeitig Ansprüche auf soziale Leistungen entstehen.
Das Land lebt von den Wanderarbeitern
Praktisch steuern die Wanderarbeiter 40 Prozent des Gesamteinkommens der gesamten Landbevölkerung bei, indem sie sich in Fabriken und Baustellen der Städte verdingen. Man muss der Chinesischen Regierung allerdings zu gute Halten, dass es einige Bemühungen gegeben hat. So sind 2008 rund 14 Millionen Wanderarbeiter ausgebildet worden und rund 16.000 Jobmessen haben in ganz China für Wanderarbeiter stattgefunden. Welche Qualität diese Bemühungen hatten, ist allerdings nicht bekannt.
Bis zu 25 Millionen der Wanderarbeiter im Februar betroffen
Mittlerweile waren im Februar 2009, 20 Millionen Wanderarbeiter ohne Arbeit. Weitere 5 Millionen wollten sich auf den Weg in die Städte machen und dürfen sich aufgrund der Krise keine Hoffnung mehr machen. Allerdings dürfte dies erst der Anfang sein. Denn bei jedem Prozebtpunkt den das chinesische Wirtschaftswachstum an Schwung verliert, verlieren 3 Millionen Wanderarbeiter ihren Job, wie eine Berechnung des Chinesischen Landwirtschaftsministeriums ergab.
Soldaten gegen Unruhen
Das die Chinesische Regierung nun ihre Armee im Moment aufrüstet, ist auch mit der Arbeitsmarktentwicklung verknüpft. Man spricht nicht nur von der Niederschlagung von Aufständen wie im Tibet, sondern ganz klar davon, dass die soziale Sicherheit des Landes gewährt bleiben soll. Grund dürften die Proteste vieler Wanderarbeiter sein, die in den letzten Wochen und Monaten in den Städten stattfanden. Oft wurden Löhne nicht gezahlt und nicht selten räumten die Fabrikbesitzer über Nacht die Hallen und verschwanden auf Nimmerwiedersehen mit dem Geld.
Magische Grenze von 8 Prozent
Die Chinesische Regierung scheint sich einig zu sein, dass unbedingt ein Wirtschaftswachstum von mindestens 8 Prozent gehalten werden muss. Darunter wären Unruhen zu befürchten. Um das zu erreichen, hat auch China ein Subventionsprogramm aufgelegt. Bis zu 500 Milliarden Euro will man in Infrastruktur und Sozialprojekte stecken. Auch Anreize beim Kauf neuer Fahrzeuge und Hilfe für die Entwicklung abgasarmer Autos sind eingeplant. Die Weltbank schätzt das Wachstum für Chinas Wirtschaft allerdings auf fünf bis maximal sieben Prozent ein für 2009. Zuwenig um Jobs zu schaffen.
Plastik kann man nicht essen
In den Häfen stapeln sich die Container mit Billigwaren, die keiner mehr haben möchte oder bezahlen kann. Noch nie, seit der Gründung der Volksrepublik, waren die Einbrüche bei Im- und Export so hoch wie jetzt. Der Export ging um 17,5 Prozent zurück, der Import, von größtenteils für die Billigproduktion benötigter Rohstoffe und -ware, sogar um 43,1 Prozent. Hier ist also mit einem weiteren Exporteinbruch zu rechen. Schon jetzt haben 60.000 Fabriken in China aufgeben müssen. Zu der Wirtschaftskrise kommt jetzt noch eine große Dürre in den Hauptanbaugebieten Chinas, die eine Verteuerung der, jetzt schon gestiegenen, Lebensmittelpreise zur Folge haben könnte.
Schlechte Aussichten
Keine guten Aussichten für die Wanderarbeiter und damit für den gesamten chinesischen Arbeitsmarkt, auf den auch noch zusätzlich in diesem Jahr rund 6 Millionen Absolventen von Hochschulen auf den gesättigten Arbeitsmarkt strömen. Ein wenig wie Hohn klingt da die Aussage des Abgeordneten Lü Bin. Er erklärte der Beijing Rundschau, dass die Wanderarbeiter, die zu Hause bleiben, eine ganze Reihe von Wahlmöglichkeiten haben:
Sie können Feldarbeit verrichten, eine Arbeitsstelle finden oder sogar eine eigene Firma gründen.






























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