In Schweden gibt es eine neue, interessante Studie zum Thema Selbstmord. Ist man bisher davon ausgegangen, dass vor allem Selbstmorde im privaten, bzw. familiären Umfeld Nachahmer gefunden haben, zeigt sich nun, dass der Nachahmungseffekt auf dem Arbeitsplatz höher zu sein scheint.
Die schwedische Universität von Stockholm und die englische Universität von Oxford, haben mit Hilfe von Social Networks und Meldeämtern alle Selbstmorde aus den 90er Jahren, im Gebiet von Stockholm untersucht.
Dabei haben sie herausgefunden, das die Annahme zutrifft, dass Selbstmörder oftmals einen vollzogenen Selbstmord schon in der Familie hatten, aber noch häufiger waren Männer betroffen, in deren Unternehmen schon ein Kollege einen Selbstmord verübt hat.
Sicherlich kann man jetzt nicht unbedingt von diesen Stockholmer Ergebnissen auf den Rest der Welt schließen, aber dennoch sollte es zu Denken geben. Ich persönlich vertrete sowieso die Theorie, dass es so etwas wie eine kollektive Psyche in Unternehmen gibt. So wie einzelne die kollektive Stimmungen eines ganzen Unternehmens beeinflussen können, scheint dies auch bei solch finalen Taten der Fall zu sein.





























März 16th, 2009 at 12:13
Vielleicht wirkt der abschreckende Effekt im familiären Umfeld stärker als der Nachahmereffet. Ich glaube, wer selbst erfahren musste, wie es ist einen nahen Verwandten durch Suizid zu verlieren, und was dies für alle Hinterbliebenen bedeutete, kommt nicht mehr auf die Idee Suizid zu begehen.
Ich selbst habe vor kurzem meinen Vater durch Suizid verloren. Ich würde nie auf die Idee kommen dies meinen nächsten Verwandten anzutun. Und vielen anderen geht es ebenso, wie ich immer wieder in der Selbsthilfegruppe von AGUS [Angehörige um Suizid] miterlebe.
März 18th, 2009 at 08:45
Vielleicht liegt es aber auch am Druck im jeweiligen Umfeld. Mir fällt da z.B. das englischen Dorf ein, wo es so viele Suizide bei Jugendlichen gibt. Hier sind sowohl Familie als auch der weitere soziale Umfeld/Freunde/Arbeit direkt betroffen. Dort findet man einfach keine Erklärung. Übrigens, gerne setze ich hier einen Link zu AGUS für Betroffene: http://www.agus-selbsthilfe.de/