Statistiken sind ein probates Mittel um zu werben, informieren und zu überzeugen. Dumm nur, wenn ein anderer die gleiche Idee hat und auch noch am gleichen Tag veröffentlicht. Denn man kann fast darauf wetten, dass die Ergebnisse unterschiedlich sein werden.
Genau das ist jetzt auch im Bereich Personalwirtschaft passiert. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ist eher dem Arbeitgeber zugeneigt, während die Hans-Böckler-Stiftung den Gewerkschaften und damit den Arbeitnehmern nahe steht. Beide kann man wohl als Lobbyisten bezeichnen, aber eben aus dem jeweils anderen Lager.
Beide haben nun Zahlen veröffentlicht, bei denen durch repräsentative Umfragen ermittelt wurde, wie viele Arbeitnehmer nach einer Kündigung klagen. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sind das demnach 31,2 Prozent, bei der Hans-Böckler-Stiftung aber nur 12 Prozent aller Entlassenen.
Hört sich alles zunächst mal nicht so spektakulär an, aber es geht um den Kündigungsschutz, der von Arbeitgeberseite her gerne gelockert werden würde, während die Gewerkschaften das natürlich genau anders sehen. Laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau sprach das IW dann auch von 7,5 Milliarden Euro an Kosten pro Jahr für die Wirtschaft und das somit 40.000 neue Jobs verhindert werden würden.
Die Hans-Böckler-Stiftung beauftragte einen Spezialisten der Uni Duisburg-Essen, Professor Rainer Schnell, um der Sache auf den Grund zu gehen. Aber auch das Institut der deutschen Wirtschaft ließ sich nicht lumpen und stimmte einer Überprüfung zu. Um es kurz zu machen. Während TNS Infratest für die Hans-Böckler-Stiftung eine anscheinend korrekte, repräsentative Umfrage durchführte, setze das Institut der Deutschen Wirtschaft wohl zu selektive Methoden ein. Man kontaktierte erst telefonisch und wer dann Interesse hatte bekam eine EMail mit Fragen.
Das aber, so der Professor Schnell, führe dazu, dass dann vermehrt die Firmen mitmachen, die tatsächlich negative Erfahrung damit gesammelt haben und das ist eben in keinem Falle repräsentativ. Das erinnert mich an die ganzen Umfragen im Personalbereich, die eigentlich alle mehr oder weniger, genauso stattfinden. Wieder ein Grund mehr zu hinterfragen.





























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