Die Fachhochschule Düsseldorf hat die erste wissenschaftliche Usability-Studie (Usability=Nutzerfreundlichkeit) zum Thema Unternehmensvideos in Stellenanzeigen durchgeführt. Speziell ging es darum festzustellen, ob ein eingebundenes Video, Einfluss auf die Bewerbungsbereitschaft ausübt.
Das Forschungsteam um Professor Dr. Sven Pagel, Leiter des Forschungsschwerpunkts Kommunikationsforschung, kam dabei zu erstaunlichen Ergebnissen.
- Bis zu 85% der Probanden konnten den Videoinhalt wiedergeben. Das belegt eine hohe Erinnerungsleistung der Videos.
- 72% der Tester fanden die gezeigten Videos informativ.
- 76% der Studienteilnehmer gaben an, sich tatsächlich auf eine solch gestaltete Anzeige bei Unternehmen zu bewerben.
- Der Anteil von Bewerbungen bei Anzeigen nur mit einer Verlinkung über so genannte Foto-Icons lag mit 14% deutlich unter dem der eingebunden, und somit von der Anzeige direkt aus zu startenden Videos.
“Die Teilnehmer bevorzugten bei unseren Testreihen die Online-Stellenanzeigen, bei denen die Videos direkt in die Anzeige eingebunden waren und nicht automatisch starteten” meint Sebastian Goldstein ein Mitarbeiter des Forschungsprojekts.
Bei der Usability-Analyse wurden im Labor die Blickbewegungen der Probanden mittels Eyetracking-Verfahren registriert. Als Grundlage dienten Stellenanzeigen aus den führenden Jobportalen und damit automatisch die Videos von JobTV24 aus Berlin, die dort die Videoeinbindung in Kooperation mit den einzelnen Stellenbörsen anbieten. Die Teilnehmer der Studie waren Studenten aus drei unterschiedlichen Fachbereichen in Bachelor- oder Master-Abschlusssemestern.
Die Studie ergab auch, das Videos, die alleine starteten, wenn die Seite aufgerufen wird, nicht gewünscht sind. 88% gaben an, dass sie den Autostart von Bewegtbildern als unangemessen und somit als störend empfanden. Und rund 41% stoppten das Video sofort nach dem Selbst-Start. Die User wollen zunächst die Stellenazeige ungestört nach Infos erfassen und dann in Ruhe das Video anschauen.
Grundlegende Player-Funktionalitäten (Stop-Button, Zeitleiste, Lautstärkenregler, Vollbildfunktion) sind ein Muss und ebenfalls sollten diese Funktionalitäten, während der gesamten Spielzeit des Videos erhalten bleiben und nicht ausgeblendet werden.Einschränkungen der Kontrollfreiheit führten tendenziell tatsächlich zu negativer Haltung gegenüber dem Video und auch dem präsentierten Unternehmen.
Die zunehmende Einbindung von Video-Inhalten in Websites macht die intensive Untersuchung von Bewegtbildkommunikation im Internet erforderlich. Diese Studie belegt beispielhaft für den Bereich des Personalmarketings die enorme Wichtigkeit und hohe Effizienz von Videos”, hebt Prof. Pagel hervor.
Ich bin ja ein Fan der Videos, bzw. multimedialer Inhalte. Und solch eine Studie zeigt auch, dass die zukünftigen Young Professionals wesentlich Mediaaffiner sind als die, die die Videos in Auftrag geben sollen. Hier gilt es, sich als Unternehmen dieser Bedeutung bewusst zu werden.
Die ausführlichen Ergebnisse des Forschungsprojekts “Nutzung und Wirkung von Bewegtbild-Content in Jobbörsen” können beim Forschungsschwerpunkt Kommunikationsforschung der Fachhochschule Düsseldorf bezogen werden.
Und für die Stellenbörsen gilt: Ist es da nicht userfreundlich in der Suche die Möglichkeit zu geben nur nach Stellenanzeigen mit Video zu suchen? Kurbelt vielleicht auch den Verkauf der Videoanzeigen an.Man möchte doch schließlich gefunden werden als Unternehmen, oder?





























September 3rd, 2008 at 20:54
Dazu fällt mir gerade noch der Artikel ein, der just eine Woche zuvor in der Wiwo erschienen ist, Tenor: Viele dieser Videos bringen nichts, weil sie falsch gemacht werden:
http://www.wiwo.de/karriere/wie-unternehmen-bewerber-mit-videoclips-koedern-305348/
September 3rd, 2008 at 22:46
Ja, den Artikel habe ich auch schon gelesen – habe natürlich Eure WIWO im Abo ;-) Das ist genau das Problem. Genau wie bei den Stellenanzeigen. Alle sind die Größten, Marktführer unsw. Solange die Unternehmen nicht verstehen das Authensität das einzige ist was die User begeistern kann, werden sie nicht erfolgreich sein. Das ist das gleiche mit den Unternehmensblogs.