Laut einem Interview mit der Schweizer Zeitung blick.ch, ist die Direktorin des Eidgenössischen Personalamts in Bern davon überzeugt, dass die Mitarbeiter der Bundesverwaltung das Social Network Facebook auch beruflich nutzen. Aber leider zeigt das Interview auch die Schwachstelle vieler Personaler: Fehlendes Wissen um moderne Recruiting Tools.
Es geht in keinster Weise darum, sich über die betreffende Personal-Direktorin lustig machen, sondern als Beispiel aus der Praxis anzuführen. So antwortete die Dame auf eine Frage des Reporters folgendes:
Facebook braucht sehr viele IT-Kapazitäten. Die Frage ist, ob die Informatik-Infrastruktur des Bundes die Nutzung von Facebook bewältigen kann. Wenn nicht, braucht es Einschränkungen. Dabei muss sichergestellt sein, dass die berufliche Verwendung weiterhin möglich ist. Die private Nutzung von ÂFacebook kann beim Bund durchaus auch eingeschränkt werden.
Letztendlich zeigt dieses Beispiel ganz nett, wie wenig Ahnung oftmals Vorgesetzte und vor allem leitende Personalverantwortliche von modernen Social Media Tools besitzen. Nicht nur dass als Personaler der Umgang damit Gang und Gebe sein müsste, es fehlt bei vielen auch an den simpelsten Grundlagen in Sachen Internet.
Die Direktorin des Personalamtes hat natürlich keinen Account bei Facebook. Und laut meinen Recherchen auch in keinem anderem Social Network. Mitarbeiter und Bewerber sind auch hier schon Meilen weiter als die Entscheider. Wer das Interview lesen möchte, findet es hier.





























Juni 8th, 2009 at 18:33
Hi Thorsten,
klar, aber das hängt sicherlich auch bis zu einem gewissen Punkt mit der Frage zusammen, welcher Generation man angehört. Silver Surfer, Digital Natives etc. sind ja nun Begriffe, die in jüngster Zeit aufkamen…
Vor dem Hintergrund, daß das Internet etwa 10jähriges feiert und sich seit Beginn enorme Umwälzungsprozesse von Web 2.0 hin zum heutigen Social und Mobile Media sowie Networks vollzogen haben, würde ich es relativieren wollen.
Denk mal dran, wie Du jemandem das alles begreifbar machen würdest, was Du inzwischen selbstverständlich tagtäglich nutzt?
Warum allerdings FB soviel IT-Kapazitäten benötigt, erschließt sich mir nicht… :)
Herzliche Grüße aus Stuttgart
Johannes
Juni 8th, 2009 at 23:02
Hi Johannes, ich sehe das anders. Für Personaler ist der Bewerber/Mitarbeiter der Kern seines Daseins im Unternehmen. Gerade diese Berufsgruppe sollte sich verpflichtet fühlen, das Internet ebenso zu nutzen wie die umworbene Klientel. Auch sollte es selbstverständlich sein, sich mit den Medien auszukennen, wo sich die mitarbeiter aufhalten. Es zu irgnorieren heißt seinen Job nicht richtig zu machen.
Ich finde es immer interessant zu hören, dass in so mancher Personalabteilungen alle Köpfe fleißig nicken, wenn es um die Fortbildung der eigenen Mitarbeiter geht. Jeder Vertriebler wird selbstverständlich auf neue Produkte und Marktgegebnheiten trainiert. Aber so mancher Personaler vergisst sich selbst allzu gerne.
Juni 9th, 2009 at 11:44
Hi Thorsten,
vielleicht können wir hieraus ne kleine Diskussion starten, die auch andere wahrnehmen bzw. sich an ihr beteiligen.
Du weißt so gut wie ich, das ich ganz klar Deiner Meinung bin. Personaler und Bewerber sind aufeinander angewiesen. Und müssen sich finden.
Aber: Der Aspekt, den ich anschnitt, ist m. E. trotzdem nicht irrelevant: Hat es nicht auch etwas mit dem Alter zu tun, ob ich mich in ein Social Network begebe, um dort nach Kandidaten zu suchen?
Beste Grüße aus Stuttgart
Johannes
Juni 9th, 2009 at 12:44
Na klar stossen wir da ins gleiche Horn. Eine Diskussion wäre übrigens schön. Obwohl der Artikel heute fleißig gelesen wird, vermisse ich die Kommentare. ;-(
Was das Alter angeht, so kann ich Dich allgemein daran bestätigen. Aber für die Personaler möchte ich das nicht so gelten lassen. Dann müssen die sich eben auf den Hosenboden setzen und es lernen. Es ist deren Job sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich muss mich aufmachen Bewerber und Mitarbeitern dort zu begegnen wo sie sind. —- Wer nicht schwimmen kann aber zum Schnorcheln ans Meer möchte, sollte vorher einen Schwimmkurs besuchen ;-)
Juni 10th, 2009 at 15:48
Also meine Erfahrung mit den sehr geschätzten Personalern:
In Konzernen sind die Kenntnisse altersunabhängig ziemlich gut, in KMU korrelliert das Alter irgendwie auch mit dem Medium Internet und dem Wissen rund ums Thema. Das paßt ja auch zur Studie vom Allensbacher Institut zur Internetnutzung.
Aber selbst junge Personaler in KMU (hauptsächlich) abseits der großen Wirtschaftszentren kommen oft sehr bieder daher.
Auffällig scheint mir in Unternehmen das Know How zu fehlen, in denen die GF noch (fast) alles selbst entscheiden. Die Mitarbeiter haben dann scheinbar auch wenig Enthusiasmus und Einsicht, sich weiterzubilden. Da wird dann durchaus bei einer Stellenanzeige gefragt, ob sie auch dreispaltig auf irgendwas.de erscheinen kann. Da sind dann Gespräche zu Twitter und Xing mehr als müßig.
Hinter alle Punkte möchte ich aber hinzufügen: Meine Meinung ist sehr pauschal und tut auch etlichen Personalern Unrecht. Aber als Zusammenfassung meiner Erfahrung ist es meine Meinung!
Juni 12th, 2009 at 18:54
Hallo Thorsten,
ich fände ein HowTo zum Thema Recruiting in Social Media spannend. Kennst du einen zufällig einen guten Link zum Thema?
Juni 12th, 2009 at 19:28
Das ist ja mein Thema, was ich beruflich mache. Ab nächster Woche gibt es einen Einstieg und dann in loser Folge die frischesten news aus dem Bereich. Ich versuche immer alles so zu gestalten, dass sowohl Bewerbr als auch Unternehmen daraus Mehrwert ziehen können. Also schau mal ab Montag rein. Ich starte mit dem Thema Traffic auf HR Websites via Twitter & Co.
Juni 14th, 2009 at 19:38
Hallo Thorsten,
ich bin gespannt und hoffe das wir das auch bei uns anwanden können.
Juni 15th, 2009 at 18:09
Hallo,
erstmal vielen Dank @ Thorsten für den Artikel. Habe bei unserem Blog personalmarketingblog.de einen Link zum Artikel gepostet. Denn ich finde die Diskussion zum Thema Recruiting/Social Media/Alter sehr interessant. Ich kann nur bestätigen, dass es im eigenen Interesse der Personaler sein muss, sich mit dem Web 2.0 aktiv auseinanderzusetzen und Soziale Netzwerke aktiv zu nutzen, sich zumindest damit zu beschäftigen.
Es ist fatal als Personaler hinter den Bewerbern herzulaufen. Lieber sollte man sich dort bewegen, wo potentielle Kandidaten bereits sind: Im Web 2.0!
Beste Grüße
Michaela Schröter