Wieder einmal ein neues Network im Web. Allerdings ist es eher ein lebendiger Eventkalender, der anzeigen soll, wer sich wo aufhält und am besten was er gerade macht. Der Name beoble.me gefällt mir gut, da es endlich mal wieder ein Startup ist mit einem Namen den auch ich aussprechen und mir vor allem merken kann. Die Frage ist nur, was steckt hinter der hippen Aufmachung?

Es gibt wohl zwei große Unterschiede zu anderen Networks.
- beoble.me wurde eigentlich für mobile Anwender konzipiert
- Das Network hat ab Start einen Plan zur Monetarisierung
Zu Punkt 1
Das Handy ist sozusagen Dreh- und Angelpunkt des Ganzen. Bei der Anmeldung muss man neben der EMail Adresse, auch seine Mobilnummer angeben. Gebe ich nicht gerne raus, ist aber nötig, will man den Dienst denn richtig nutzen. Im Netzwerk kann man wie gewohnt miteinander kommunizieren, Gruppen gründen/beitreten, Bilder und Videos hochladen. Sinn ist unter anderem, das man mittels beoble.me herausfinden soll, wer aus der Community ist in welcher Kneipe, Disse oder Coctail Bar (für alle Trends: Locations) ist und wer wo noch vorhat hinzukommen. Profil gecheckt und falls die Leute einem zusagen, steht dem Abend nichts mehr im Wege.
Weiterhin erlaube ich anderen durch die Nutzung von beoble.me, mich anzurufen und mir SMS zu senden. Allerdings nicht auf direktem Wege, damit die Mobilnummer nicht einfach so ausgenutzt werden kann. Diamit man überhaupt weiß wo andere sind und andere wissen wo ich bin, gibt es die sogenannte Ortungsfunktion. Ob das für andere Mitglieder ersichtlich sein soll oder nicht, kann man allerdings einstellen. Die Ortung selbst ist mittels Gadgets auf dem Iphone kostenlos. Ältere Handys werden wohl die Ortung durch einen, ebenfalls angebotetenen, Ortungsdienstleister bewerkstelligen müssen. Das allerdings kostet.
Zu Punkt 2
Und da wären wir auch schon bei den Kosten und dem Vorsatz des Unternehmens, tatsächlich Geld zu verdienen. Als Nutzer ist der Zugang und die allgemeine Nutzung kostenfrei. Allerdings muss man für manche Möglichkeit, wie jemanden aus dem System heraus anzurufen oder eine SMS zu senden, extra bezahlen. Und zwar mit sogenannten AP´s. (Aktionspunkten) Diese kauft man quasi mit echtem Geld vorher ein und kann diese verbrauchen.
Ein weiteres und wohl auch das zentrale Mittel für die geplante Monetarisierung von beople.me ist das Targeting und Location Based Marketing. Da werden aufgrund des Nutzerprofiles, möglichst passende Anzeigen geschaltet und dank der Ortungfunktion, kann man sogar ortsabhängige Werbung an den User bringen. Außerdem soll das Mitglied mit EMail Werbung umworben werden.
Mein persönliches Fazit:
Die Website macht einen trendigen Eindruck und ein Netzwerk auf mobile Endgeräte auszurichten eine gute Investition in das zukünftige Userverhalten. Auch das man überhaupt konkrete Einnahmeziele verfolgt ist löblich und geradezu eine Seltenheit bei den Startups im Social Media Bereich. Was viele andere Dienste vermissen lassen, ist hier kein Problem. Der Button für die Löschung des Accounts.
Was mich stört, sind dann aber doch ein paar Dinge. Die Ortung selbst, würde ich defenitiv nicht durchführen lassen. Geht keinen etwas an. Dafür zu bezahlen, schließe ich für meine Person damit auch aus. Das gleiche gilt, für die Möglichkeit jemanden eine SMS zu senden oder anzurufen. Entweder übermittelt der Kontakt mir seine Daten freiwillig selbst, oder ich lasse es sein. Und dann rufe ich ihn einfach an.
Die Werbung macht mir Sorgen. Ich möchte keine. Jedenfalls nicht, wenn ich nicht weiß wie viel und wie oft und vor allem was. Und was mir dann gar nicht gefällt ist in den AGB der Satz:
Für das Targeting oder location based advertising kann es erforderlich sein, dass web2.0square Personen Bezogene Daten der Nutzer an Dritte überträgt. Dies wird – soweit die Werbeform es zulässt – jedoch nur anonymisiert erfolgen. Der Nutzer bekommt von beoble.me oder Werbepartnern keine Werbe-SMS auf seine Mobilfunknummer geschickt und es werden keine Werbeanrufe getätigt.
Was bitteschön heißt das genau? Ich kann es mir nicht zufriedenstellend erklären.
Ich jedenfalls wünsche den Jungs von beoble.me alles erdenklich Gute mit Ihrer Idee!
via Facebook Klaus Eck der wieder über Karrierebibel






























Juni 24th, 2009 at 07:46
Und wie hast du das neue Netzwerk gefunden?
Juni 24th, 2009 at 09:09
Hi Thorsten,
schon mal was von Plazes gehört (www.plazes.com)? Ähnliches Model, seit 2006 life und jüngst von Nokia übernommen.
Schau doch mal rein
Viele Grüße
Tom
Juni 29th, 2009 at 16:28
Hi Thorsten,
vielen lieben Dank fuer Deinen sehr gut recherchierten Artikel. :)
Sehr nett geschrieben!
Hier ein paar Anmerkungen von uns:
1. zum Namen: der Name ist “beoble.me” - nicht “beople.me”, wuerdest Du das bitte noch kurz aendern?
2. zur Werbung: Wir haben nicht vor, dem User Werbe-Mails in der Form zu schicken, dass er eine REINE Email mit Werbung bekommt. Eher denkbar ist, dass ein User in einer Benachrichtigungs-Mail a la “User XY hat Dir eine Nachricht geschrieben” auf bestimmte aktuelle Events in der Umgebung aufmerksam gemacht wird, evtl mit Flyern, Eintrittskarten, Rabattkarten usw… (wir stehen da noch am Anfang unseres Business-Development)
Reine Werbe-Mails (Spam) zu versenden halten wir fuer unsinnig und macht uns und unseren Usern keinen Spass.
Wenn Du hier einen geeigneteren Vorschlag fuer die Formulierung der AGB hast, wir sind interessiert! :)
3. Ortungen werden in der geplanten Iphone-App kostenlos sein.. die ist schon fertiggestellt, wurde aber noch nicht fuer den Appstore angemeldet.
Eine J2ME App fuer andere Smartphones wird folgen, ausserdem gibt es in einigen Browsern von Mobiltelefonen schon JS-Objekte mit denen auf die GPS-Daten zugegriffen werden kann.. es wird sich hier noch einiges tun in naechster Zeit!
4. Die Kommunikationsfunktionen wie SMS versenden und Leute anrufen dienen zur Vereinfachung der Kontaktaufnahme. (Dass sich Leute ihre Nummern tauschen und direkt kommunizieren, koennen und wollen wir garnicht verhindern.).
Aber die Moeglichkeit zu haben, jemanden direkt sofort erreichen zu koennen, auch ohne dass diese Person online sein muss, duerfte im Kontext “lebendiger Eventkalender” wie Du so schoen geschrieben hast, schon nuetzlich sein, oder?
Wer will schon Abends in ner Bar lange an seinem Handy sitzen und warten, bis jemand ne Mail beantwortet hat - kurz mal anrufen ist da wesentlich knackiger…
Gerade hierdurch wird ja aus der beoble.me ein Tool.. es laeuft nicht parallel zum Leben, sondern mitten drin!
LG, Lucas / beoble.me
Juni 30th, 2009 at 08:57
Hallo Lucas, vielen Dank für Deinen Hinweis. Habe den Namen sofort geändert. Dummer Schreibfehler von mir! Wie setzt sich der Name eigentlich zusammen bemobile? Mein Schreibfehler beruht auf der Assoziation mit “people”. Auf jeden Fall werde ich mir das nochmal anschauen, wenn Ihr Eure Beta hinter Euch habt. Und jetzt erst mal viel Erfolg mit Eurem Start.
Juni 30th, 2009 at 12:45
Hi Thorsten,
vielen Dank fuer die Aenderung…
“beoble.me” ist eine nicht ganz ironiefreie aber gut gemeinte Hommage an viele Web2.0 Brands die sich teilweise anhoeren als haetten sie was mit dem Verkauf von Nudeln zu tun… (doodle, kaboodle, yoomla usw..)
Spiegelungen waren eine lange Zeit ja richtig in und gehoeren sogar zu manchen Web2.0 Styleguides..
Wenn man beoble.me nach unten spiegelt, steht “people we” da (Spiegelung im Logo beachten)… eigentlich ganz nett fuer ein Social Media Projekt fanden wir…
LG, Lucas
Juni 30th, 2009 at 13:55
@lucas..gefällt mir und wie Du siehst, kann man in Euren Namen noch einiges hinein interpretieren. Was die “üblichen” Namenskreationen bei den Startups angeht, so werde ich wohl mal eine Liste mit den merkwürdigsten aufstellen. Gibt zwar wieder Gemotze aber ist in jedem Falle unterhaltsam ;-)
Juni 30th, 2009 at 13:58
Hallo Thomas. Du wirst lachen, ich glaube darüber irgendwann mal etwas gehört zu haben, allerdings habe ich es nie gesehen, geschweige denn besucht. Danke Dir für den Tipp. Tatsächlich werde ich mich wohl mal damit beschäftigen müssen.