Was man unter höher, weiter, schneller kennt, ist bei den Stellenbörsen mehr Traffic und mehr Jobs. Dahinter steckt in erster Linie nicht der Wunsch dem Bewerber möglichst viele Jobangebote bieten zu können, sondern schlicht und einfach der Drang und die Jagd nach immer mehr Umsatz. Zusammengenommen ist es auch der einzige Weg, jedenfalls bei den großen Stellenbörsen sich zu behaupten. Allerdings sollte man einmal der Frage nachgehen, ob dieser Weg eigentlich der Richtige ist.

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Der deutsche Markt ist der größte in Europa für Online-Stellenanzeigen. Die Quantität und Qualität der Bewerbungen auf eine Stellenanzeige, wird gerade in Zukunft die Entscheidung wo man schaltet, sehr beeinflussen. Man kann sich nicht mehr auf ein Medium verlassen, sondern muss seine Aktivitäten im Bereich der Rekrutierung streuen. Dies verursacht in erster Linie Kosten und in zweiter Arbeit. Personalarbeit wird immer teurer werden, auch durch die sich verändernden Gegebenheiten im Bewerbermarkt wie z.B. die fehlenden Fachkräfte und die demographischen Entwicklung. Gerade aus diesem Gesichtspunkt heraus, wird die Wirtschaftlichkeit einer einzelnen Stellenanzeige immer mehr in den Vordergrund rücken.
In der Natur regelt der Nahrungsbedarf, die vorhandene Nahrungsmenge und der zum Erreichen des Zieles notwendige Aufwand die Standortwahl. Dies lässt sich ebenso auf das Angebot der Stellenbörsen adaptieren. Gerade diese müssen nun dafür sorgen, dass durch neue, vereinfachte Suchtechniken präzisere und dadurch geringere Suchergebnisse präsentiert werden. Das dies schon möglich ist, ist auch mir klar, aber der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier. Wenn ich erst 20 verschiedene Kästchen anklicken muss um eine einigermaßen verfeinerte Suche durchzuführen, wird es mich immer eher zur Volltext oder vereinfachten Suche hinziehen. Ziel muss es sein, dass Bewerber mit kleinstmöglichem zeitlichen Einsatz und Aufwand, die bestmöglichen Ergebnisse präsentiert bekommen. Dazu kann zum Beispiel auch das wahlweise ausblenden von Suchergebnissen per Cookie gehören, bei Anzeigen die man sich schon einmal angeschaut hat. Außerdem vermisse ich sowas wie einen Container für die erste Selektion, wo man die auf den ersten Blick interessanten Anzeigen parken kann, um diese nachher in Ruhe zu studieren. Gibt es, weiß ich, aber warum muss ich mich dafür anmelden. Das geht auch per Cookie. Und das ohne sich anmelden zu müssen. 18 Fenster offen zu halten oder jede interessante Anzeige auszudrucken, kann nicht das Ziel einer Selektion sein.
Die Frage ist halt, ob es so etwas wie eine kritische Größe gibt, bei der Aufwand und Nutzen nicht mehr im Verhältnis stehen und dadurch selbst eine große Stellenbörse schlechter werden lässt?






























März 31st, 2008 at 16:42
Meiner Meinung nach gibt es keine kritische Grösse für Jobbörsen. Das würde ja in einem gewissen Umkehrschluss auch bedeuten, dass Google eines Tages hinfällig würde, wenn es zu viele Internetportale im Netz gäbe.
Ich denke, dass es eine kritische Grösse für Jobbörsen nur dann geben kann, wenn sich die einzelnen Anbieter nicht rechtzeitig auf die zu erwartende Anzeigenmenge einstellen (so geschehen z.B. bei stellenanzeigen.de und StepStone, die vor zwei Jahren ihren Vertrieb und innerhalb von 6 Monaten ihr Anzeigenvolumen verdoppelt haben, ohne die Such- und Find-Kapazitäten auf der Seite selbst zu optimieren).
Wie Du in Deinem Post andeutest, liegt die Lösung des Problems in der Suchfunktion und der Struktur der Jobbörsen. Sogenannte Channels sind bereits eine gute Idee (wenn nur alle Jobs ordentlich und passend kategorisiert wären…)
Abonnierbare RSS-Feeds erleichtern die Suche ebenfalls und verhindern diese ewigen Job-Alerts, mit denen E-Mail Postfächer täglich zugespammt werden.
Schliesslich fände ich es eine gute Idee, wenn sich die Jobbörsen stärker dezentralisieren würden, das heisst, in Richtung Nischenseite gehen würden. Aber nicht einfach nur mit einer einfachen Sub-Domain im Stil von z.B. http://stepstone.management.de, sondern mit eigener URL und mit Full-Service Angebot für Bewerber (branchenrelevante Informationen, Pressemitteilungen aus den entsprechenden Märkten, etc). Natürlich bestehen verschiedene Kooperationen mit Qualitätsanbietern (z.B.mit spiegel.de, FTD, VDI-Nachrichten, etc.), jedoch steht bei jenen nur selten der Recruiting-Aspekt im Vordergrund.
Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, diese Jobbörsen-Informationsseiten Kooperationen umzudrehen und den branchenrelevanten Content auf eine spezielle Job-Seite zu packen, sodass Informationsangebot mit der Jobsuche noch sinnvoller verbunden wird.
Nun ja, jetzt bin ich ein wenig vom Thema abgekommen. Das Ganze ist wohl Zukunftsmusik, aber gute Spezialistenjobbörsen à la heisejobs.de braucht das Land. Und dann klappt’s bestimmt auch besser mit der Kategorisierung und der Auffindbarkeit der Stellenausschreibungen.
Voilà my 2 cents.
April 1st, 2008 at 11:07
Hallo Eva. Aber Goggle praktiziert doch genau das was ich sage. Eine immer besser werdende Suche. Da geht es nicht darum das nichts mehr zu finden ist, weil es immer größer wird, sondern die Suchkriterien und Mechanismen immer feiner werden. Will sagen, wenn das Angebotene nicht bestmöglich passt, wird es erst gar nicht angezeigt.
Sonst würde man tatsächlich nicht mehr finden, was man sucht. Und das rate ich auch den Stellenbörsen, den großen jedenfalls. Sonst ist in meinen Augen schnell eine kritische Größe erreicht, wo der Bewerber zu viele Angebote bekommt, die gar nicht alle wirklich passen. Die Anzeigen die passen gehen dann an ihm vorbei, weil nachrückende Anzeigen, diese Verdrängen.
Stimmt, die Stepstone Geschichte hat es gezeigt. Da nutzt dann auch ein hastig eingerichteter Channel nicht wirklich was. Mein Gott, ein paar Leute von uns an die Produktentwicklung gelassen und ein wenig Geld an die Hand für die Umsetzung. Das würde interessante neue Produkte für die Job Boards bringen…aber uns fragt ja keiner ;-)
April 9th, 2008 at 13:48
Denke “Matching” ist der springende punkt, so praktizieren wir das bei spirofrog.de
Also Stellen Börse mit 1-1 matchinG!
Gruss Thomas
April 9th, 2008 at 20:58
Servus: Habt ihr Euch schonmal geekjobs.de angesehen? Die machen genau das was ihr sagt im Bereich IT&Design-Jobs. Vorbild ist das in den USA sehr erfolgreiche krop.com
Und soweit ich weiss ist geekjobs in seiner Nische in Deutschland ziemlich einmalig. Ich selbst verfolge meinen eigenen RSS-Feed (sucht man nach was, dann sehr ihr, dass sich der RSS-Feed der Suche anpasst. Sehr geil gemacht!) und finde, dass die Jobs eine gute Qualität haben. Ich glaube das könnte echt was werden.