Unter 250 Follower kein Job

Di, Jul 14, 2009

Job, Karriere & Recruiting

Ob Twitter und Facebook in 2 Jahren noch so wichtig sind wie jetzt, weiß ich nicht. Vielleicht gibt es Nachfolgedienste die dann hipper sind. Aber eins dürfte sicher sein. Social Media Dienste werden weiter an Wichtigkeit zunehmen. In den Staaten ist der erfolgreiche Umgang nicht selten eine Voraussetzung für einen Job.

Immer mehr Firmen wünschen sich, dass die Bewerber auch Erfahrung im Umgang mit Social Media Diensten mitbringen. Zumeist trifft dies auf Ausschreibungen für Marketingpositionen aus Nordamerika zu. Den bisherigen Höhepunkt lieferte aber wohl das Amerikanische Unternehmen Best Buy, die einen Senior Marketing Manager suchten, der als Qualifikation, mindestens 250 Follower bei Twitter aufweisen musste.

Aber nicht nur im Marketing sind Social Media Kompetenzen gefragt. Auch im HR Bereich werden sich (zum Glück) Bewerber für eine Position im stellenanzeige-twitterPersonalwesen verstärkt mit Social Media Diensten auseinander setzen müssen. Die Firma Mayflower aus München sucht einen HR Manager, der Twitter und Blog als Recruiting Instrument nutzt.

Und auch in der Bewerberkommunikation wird Social Media immer wichtiger. So steht in den Stellenausschreibungen einer Schweizer Personalberatung:

stellenausschreibung

Wer also meint das es sich nur um einen vorübergehenden Trend handelt, der kann sich selbst ins Aus befördern. Nicht nur was die eigene Karriere angeht, sondern als Personaler auch was das Unternehmen betrifft.

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Der Artikel wurde geschrieben von:

Thorsten - hat 731 Artikel geschrieben auf blogaboutjob Jobs Karriere Recruiting Arbeit.

Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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7 Kommentare dazu:

  1. Daniel Loewa sagt dazu:

    Hallo Herr Jacobsmühlen,

    ich schließe mich Ihrer Meinung an, dass dies kein Strohfeuer ist. Egal über welche Plattformen, dieser Trend ist nicht aufzuhalten.
    Das wird sich auch in den Anforderungsprofilen vieler alter und auch neuer Berufsbilder wiederspiegeln. Die sog. Medienkompetenz, die vor wenigen Jahren die “Neuen Medien” umfasste, ist kaum noch zu konkretisieren.

    In diesem Dilemma gilt es jetzt, neue Anforderungskriterien zu definieren. Die Zahl der Follower ist vielleicht ein Indikator für die Akzeptanz in Twitter, aber bestimmt keine Qualifikation.

    Ich bin - vermutlich gemeinsam mit Ihnen - gespannt darauf, wie sich die quantitativen und qualitativen Kriterien zu Social Media in Anforderungsprofilen entwickeln werden. Vielleicht können Sie bald über mehr Beispiele berichten, ich freue mich darauf.

    Viele Grüße
    Daniel Loewa

  2. Thorsten sagt dazu:

    Ja, der Fall mit den 250 Followern zeigt ja nur, das man sich:

    1. mit dem Thema in den Unternehmen immer mehr auseinandersetzt
    2. Social Media Kompetenz immer wichtiger wird
    3. Die HR Abteilung oder der Marketingchef der Firma es verstanden haben für mouth-to-mouth Marketing zu sorgen
    4. Wenn nicht, sie tatsächlich nur Quantität kennen und den eigenen Job verfehlt haben. (Dafür spricht übrigens, dass die Firma auf keinen Kontakt reagiert und die Anzeige wieder offline gesetzt hat)

    Aber Spaß beiseite, ich bin ehrlich gesagt auch riesig gespannt was es noch bringt. Wir werden alle natürlich Lehrgeld bezahlen müssen, aber deswegen nicht daran teilzunehmen wäre der viel größere Fehler. Ich freue mich, dass Firmen wie Daimler das so aktiv und ein Teil des Prozesses und dessen Entwicklung sind. In dem Sinne, schöne Grüsse nach Stuttgart, Thorsten

  3. Lutz Altmann sagt dazu:

    Hallo,

    der Artikel ist wieder sehr gut geschrieben.

    Ja, der Trend Social Media zieht seit ein paar Wochen/Monaten zumidest in einigen Unternehmen ins Recruitment und HR Management ein.

    Diese Mischung aus Social Media -, Online- und Offline Personalmarketing wird für einige HR-Abteilungen eine neue Herausforderung werden. Vor allem müssen die internen Kommunikationsrichtlinien an die veränderten Bedingungen im Internet schnellstens angepasst werden. Hierzu sollten wir alle im Austausch bleiben.

    Sonnige Grüße aus dem Rheinland

    Lutz Altmann

  4. caroline sagt dazu:

    aktuelle studien von fittkau&maaß (”Twitter - Der Spatz im Reich der großen Web 2.0-Tiere”, http://tinyurl.com/ndrugs) zeigen, dass twitter vor allem von den zugehörigen bestimmter branchen genutzt wird. wenn personaler also nach medienleuten suchen, werden sie mit tools wie diesem sicher erfolgreich sein.
    in allen anderen sparten erscheint mir das jedoch (noch) sehr unwahrscheinlich. v.a. für die besetzung von spitzenpositionen werden andere qualifikationen auch in zukunft schwerer wiegen.

  5. Thorsten sagt dazu:

    @caroline Ich finde es sogar gut, dass bis jetzt nur bestimmte Berufsgruppen zu finden sind, Gerade 125000 deutsche User sind wie ein Versuchsfeld, was überschaubar ist. Für Unternehmen heißt das, Fehler die zwangsläufig gemacht werden halten sich noch in Grenzen. Sollte Twitter auch in Deutschland viele User gewinnen, hat man schon Erfahrung und erste Distributoren (Follower) sammeln können. Und wie gesagt, Twitter ist ja nur eins von vielen Tools. Die Studie kenne ich übrigens auch. Gerade mal 5% hat Twitter dort.

    Was Spitzenpositionen angeht, so sehe ich bei den Seniors immer noch im breiten Feld die direkte Ansprache in persönlichen Netzwerken. Daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern.

  6. Manfred Böcker sagt dazu:

    So ganz verstehe ich die Aufregung um die 250 Follower bei Twitter nicht. Faktoren wie die Fähigkeit zur Vernetzung oder auch Öffentlichkeitswirksamkeit gehörten doch immer schon zu den Anforderungen an kommunikationsintensive Positionen - ob offen oder nur im Subtext formuliert. Einzig seltsam liest es sich deshalb, weil diese “weiche” Anforderung plötzlich im Web 2.0-Zusammenhang in einer Zahl ausgedrückt wird. Vielleicht wollte das Unternehmen damit nur eine Trennlinie zwischen solchen potenziellen Bewerbern einziehen, die sich dem eigenen Selbstverständnis nach “ganz intensiv” mit Twitter “beschäftigen” und solchen, die den Dienst tatsächlich und mit einer gewissen Selbstverständlichkeit nutzen. Es ging also darum, die Twitter-Schwimmer von den Nichtschwimmern zu trennen. In eine Stellenanzeige geschrieben hätte ich das so allerdings nicht: Also in diesem Fall möglicherweise gut gedacht, aber unglücklich formuliert. Bin mal gespannt, ob es in Deutschland dennoch bald Anforderungsprofile gibt, die “mindestens 1.000 Xing-Kontakte” oder ähnliche Dinge zur Bedingung für einen Job machen…

  7. Ralph Meinhold sagt dazu:

    Passend zum Thema veranstalten wir derzeit eine Blogparade. Thema ist “Bewerbungsstrategien”. Zu finden ist die Blogparade unter http://www.mmk-personal.de/blog. Zu gewinnen gibt es auch was! Über eine rege Beteiligung freue ich mich sehr!

3 Trackback für diesen Artikel

  1. Ohne Twitter kein Job » Technologie » blogstone sagt dazu:

    [...] halten. Nun treiben es aber die Nordamerikaner etwas auf die Spitze, wie folgende Mitteilung von blogaboutjob.de [...]

  2. Jobware schnappt sich die Financial Times | JOBlog - der Job & Karriere Blog sagt dazu:

    [...] Sache mit den 250 Twitter Followern als Einstellungskriterium, hat mir Thorsten leider schon vorweggebloggt, aber bzgl. Twitter hab ich nochwas lustiges gefunden -> wie erstellt man einen Lebenslauf in [...]

  3. Slow Media Manifest, iPhone-App, Kritik, Pepsi: Weekender KW 01 - ethority weblog sagt dazu:

    [...] Die amerikanische Multimediakette Best Buy suchte im Sommer eine Führungskraft im Marketing. Einstellungsvoraussetzung: 250 Follower. Die FAZ griff das Thema erneut auf, obwohl uns das doch allen irgendwie bekannt vorkam: http://www.blogaboutjob.de [...]

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