Es dürfte wohl DIE Kündigung des Jahres werden. Das Oberhausener Unternehmen JaWa-Industriedichtungen kündigt einem Mitarbeiter nach 14 Jahren Betriebszugehörigkeit, wegen einem tausendstel Eurobetrag und einem Foto. Im Web wird das die große Runde machen. Davon aber, wird das Unternehmen selbst nichts mitbekommen.
Mohammed Sheikh war seit 14 Jahren im Oberhausener Unternehmen angestellt. Der vierfache Familienvater erhielt am 5. Juni 2009 eine fristlose Kündigung, da er sein Handy am Arbeitsplatz aufgeladen hat. Außerdem wirft ihm der Arbeitgeber vor, Fotos von seinem Arbeitsplatz mit dem Handy gemacht zu haben.
Es wurde ausgerechnet, dass das Aufladen des Handys sage und schreibe 0,00014 Euro gekostet hat. Das Foto seines Arbeitsplatzes, hat Mohammed mit dem Handy geschossen um seinen Sohn zu zeigen, wo er arbeitet. Sein Rechtsanwalt Hans Henning Klingen sagte der WAZ, dass von den Mitarbeitern sogar eine Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten gefordert wurde und dass man wohl kaum von Betriebsspionage sprechen könne, wegen des Fotos.
Das Arbeitsgericht sah dies wohl auch so. Denn bei einem Gütetermin schlug der Richter vor, das Arbeitsverhälntnis fortzusetzen. Im Gegenzug sollte sich Mohammend verpflichten, zukünftig im Betrieb kein Handy mehr aufzuladen oder Fotos zu machen. JaWa lehnte das jedoch ab und so kommt es im Oktober zur Verhandlung.
Die Geschichte wird so richtig die Runde im Web machen. Das deren Unternehmen in aller Munde sein wird, bekommt die Firma aber nicht mit. Ich habe heute dort angerufen und erfahren, dass man keine Website besitzt und zur Kommunikation den Schriftverkehr per Fax bevorzugt. Es existiert zwar eine EMail Adresse, aber da war man sich nicht sicher, wie die lautet.
+++++++NACHTRAG+++++++
Heute, am 04 August, hat das Unternehmen die Kündigung wieder zurückgezogen. Der Medienrummel war wohl doch zu groß und die Aussicht auf Erfolg zu gering.





























August 3rd, 2009 at 10:40
Wirklich erschreckend, erstens, wie ein Unternehmen in der heutigen Zeit sich komplett dem Internet und den neuen Medien verschließen kann. Dabei wundert mich dann jedoch nicht, dass ein Unternehme so extrem reagiert, wenn es um den Einsatz eines neuen Mediums geht. Schon erstaunlich, dass man überhaupt erkannt hat, dass es ein Handy ist. Wahrscheinlich hatte man eigentlich Kündigen wollen, weil man in dem seltsamen Gerät eine Abhöranlage vermutet hat ….
August 3rd, 2009 at 13:20
Scheint überhaupt eine interessante Firma zu sein. Schriftverkehr komplett über Fax? Nunja….. e-mail ist zwar irgendwie vorhanden aber keiner weiß wie die genau lautet? Echt klasse der Laden. Eine Website muß man nicht unbedingt haben – kommt auf die Firma an. Aber wegen Handyaufladen jemand entlassen ist schon grenzwertig. Obwohl – wenn in einer großen Firma alle das jeden Tag machen würden, über das Jahr käme da schon was zusammen. ABer das könnte die Firma ja auch wieder als Betriebskosten geltend machen wenn die Mitarbeiter immer erreichbar sein sollen. Schon ein sonderbarer Fall…..
August 4th, 2009 at 11:38
Hi !
Wahrscheinlich wurde nur ein Grund gesucht den Mann zu entlassen um die eigene wirtschaftliche Lage auszugleichen.
Trotzdem schade das wir nicht den Auftrag bekommen haben die Forderung einzutreiben. *G*
LG Sören
August 4th, 2009 at 16:44
Ich habe auch vergeblich versucht eine Internetseite zu finden. Dabei wollte ich nur die Kontoverbindung wissen, damit ich diesem armen Unternehmen einen Cent spenden kann.
Ich sehe es als patriotische Pflicht, einem derart verzweifelten Unternehmen unter die Arme zu greifen.
Als Zulieferer wäre ich jedenfalls sehr vorsichtig, bei einem Unternehmen, dass wegen eines solch geringen Betrages einen Mitarbeiter entlässt.
Als Kunde hingegen bin ich nur angewidert.
Was ist das für eine Firma, die keine E-Mailadresse nennen kann?
Gummi kennen die aber hoffentlich schon, oder sind die Dichtungen aus Holz.
Meine Güte, diese Geschäftsleitung versteht was von Mitarbeitermotivation. Aber eigentlich kann ich es ja gut nachvollziehen, denn vor zweitausend Jahren – das ist offenbar die Zeit an der man sich betriebswirtschaftlich und technisch orientiert – ging man so mit seinen Sklaven … äh, ich meine mit seinen Mitarbeitern eben auf diese Art und Weise um.
Dieser bösartige Stromdieb kann sogar noch froh sein, dass er nicht gekreuzigt oder gesteinigt wurde.
Mai 26th, 2010 at 18:24
Naja, es ist schon irgendwie ein skandal.
Ich weiß nicht, ob dass jetzt “überzogen” genannt werden darf oder ob es “Rechtsverbissenheit” ist.
In jedem Fall ist der Vorgang medienwirksam.
Besten Gruß!
August 3rd, 2010 at 17:02
Naja, ich denke ganz ehrlich das diese Vorgehensweise mit Sicherheit genügend Schlagzeilen gemacht hat oder noch machen wird und somit Arbeitnehmer in Zukunft schützen wird.