Ein kleines bißchen SEO: Doppelter Content

Mo, Aug 10, 2009

Ratgeber

Immer mehr Unternehmen, wenn auch sehr zögerlich, kümmern sich um Ihr Auftreten im Web. Ob es die eigenen Websites sind, Corporate Blogs oder Social Media Aktivitäten. Bewerber wiederum versuchen das Gleiche um sich selbst in rechte gewünschte Licht zu rücken. Aber Vorsicht: Es lauern Fallen. Doppelter Content kann schädlich sein. Ein besonders dreister Fall ist mir passiert.

Eines der Kernziele aller online Bemühungen

Was ist das vorrangige Ziel aller online Aktivitäten im Bezug auf eine eigene Website oder ein Blog? Richtig, möglichst viele, passende Besucher zu bekommen. Bewerber wiederum wollen aufgrund Ihres Namens oder verschiedener Schlagworte/Berufsbezeichnungen gefunden werden. Für beide ist dafür das Suchmaschinenranking ausschlaggebend.

Das wie und wo der guten Platzierung in den SERPs (Search Engine Result Pages) hängt von vielen Faktoren ab. Über das genaue Prozedere bei Google, streiten sich die gelehrten Geister seit Jahren und ist buchfüllend. Heute geht es lediglich um einen Bewertungspunkt, der aber alle Bemühungen wirkungsvoll ins Abseits katapultieren kann:

Der doppelte Content

Content, also Inhalt einer Onlinepräsenz ist eine DER Größen in der Beurteilung und Gewichtung einer Website. Nutzt man nun zum Beispiel als Unternehmen freie Redakteure oder eigene Mitarbeiter, tut man gut daran, die eingestellten Inhalte auch ab und an zu überprüfen. Also ganz simpel: Gibt es irgendwo im Netz noch einmal den gleichen Text, der auf meiner Seite zu finden ist? Wenn ja, dann heißt es handeln! Gründe können sein:

  • Gekaufte Inhalte/Artikel wurden z.B. von einem Redakteur/Agentur mehrmals in Umlauf gebracht
  • Es wurde etwas (verbotener- und sträflicherweise) aus dem Netz von anderen Seiten kopiert
  • Es werden automatisch eigene Inhalte auf anderen Websites oder externe Inhalte auf der eigenen Website integriert (RSS Einbindung mit langen oder kompletten Texten z.B.)
  • Durch einen kleinen Fehler, wurden gleiche Inhalte unter verschiedenen Dateinamen gespeichert bzw. auf einer weiteren Unterseite mit anderem Titel veröffentlicht.
  • Eine Website ist sowohl unter http://www.deinedomain.de und einmal ohne www, also unter http://deinedomain.de erreichbar.
  • Sowohl beim Aufrufen der Hauptdoman, als auch mit Zusatz des Verweises zur index.html also z.B. http://www.deinedomain.de/index.html wird die Homepage angezeigt.
  • Pressemitteilungen auf den eigenen Seiten, die lediglich eins zu eins in andere PR-Dienste kopiert werden oder sogar in der Online Präsenz von Zeitungen/Verlagen/News so übernommen werden.

Ist der identische oder zum großen Teil gleiche Text unter zwei verschiedenen Webadressen zu finden, entscheiden die Suchmaschinen wen sie als Originalquelle werten und wer wohl der “Dieb” ist. Natürlich spielt da das Erscheinungsdatum auch eine Rolle, aber nicht unbedingt maßgeblich. Steht der doppelte Content auf einer anderen Website, die über einen höheren Pagerank, mehr eingehende Links uvm. verfügt, kann es durchaus sein, dass die Suchmaschine wie Google die eigene Seite, obwohl sie den “Urtext” enthält, abstraft. Passiert das öfters, kann sogar die komplette Domain, also die ganze Website aus dem Index der Suchmaschine verbannt werden. Und schon ist es aus mit dem gefunden werden in den SERPs.

Kann ja mal passieren, darf aber nicht

Der ursprüngliche Anlass des heutigen Postings war ein Fund im Web, der mich sehr verwunderte und gleichzeitig als Beispiel dienen soll. Ausgerechnet ein von mir hochgeschätzter und hochkarätiger Journalist für neue Medien und Bloggerkollege, lieferte mir eine kleine Steilvorlage.

Er betreibt ein eigenes Blog zu diesem Thema, ist aber auch einer von mehreren Redakteuren von onlinejournalismus.de. Auf beiden Websites veröffentlicht der Journalist mitunter die gleichen Texte oder nahezu identischen Inhalte. Das wird bestimmt abgesprochen sein, aber trotzdem, aus Sicht des Suchmaschinenmarketings ein absolutes No Go. Hier wird natürlich kein anderer geschadet, zeigt aber, dass man schnell auch mit bestem Willen sich selbst Chancen verbaut.

Dreist

Nun habe ich das zum Anlass genommen, dieses Blog auch mal wieder auf doppelten Content zu prüfen. Und dabei bin ich nicht nur fündig geworden, sondern muss enttäuscht feststellen, dass es wirklich dreisten Datenklau gibt. Oder vielleicht unglaubliches Unwissen. Wobei ich aber von einem Betreiber einer Community Website und Anbieter von Websiteerstellung und Suchmaschinenoptimierung, ein gewisses Grundwissen voraussetze. Es handelt sich ausgerechnet um eine Titter Community namens fangoo, die einen meiner großen Artikel bzw. Anleitung zur Nutzung von Twitter kopiert und als seine ausgegeben hat. Und das den gesamten Text. Und das war ein langer, ein verdammt langer Text.

Hier kann man sich die Seite als Screenshot anschauen (Wenn Seite geöffnet ist, auf kleines Bild klicken zum Vergrößern) und hier der original Text von mir.

Passend wirbt der junge Mann dann auch für Suchmaschinenoptimierung für andere mit folgendem Wortlaut auf einer anderen Website, wo er Webdesign und Suchmaschinenoptimierung anbietet:

Suchmaschinenoptimierung nehme ich genau so vor, wie es die Suchmaschinenbetreiber wünschen. Ich setzen keine (Spam) Techniken ein, die von den Suchmaschinenbetreibern geächtet werden, sondern ich sorge dafür, dass die Suchmaschinen Ihre…

Was tun?

Wichtig für jeden der Inhalte im Netz präsentiert, ist die Kontrolle und das sofortige Handeln. Um zu kontrollieren, ob Inhalte der eigenen Website irgendwo anders im Web verwendet werden, kann man sich verschiedener Hilfsdienste bedienen. Kostenfrei ist z.B. Copyscape. Hier gibt man einfach die komplette Domain der Unterseite ein, die den zu prüfenden Text enthält und schon bekommt man identische und sogar identische Textpassagen angezeigt. Es gibt auch eine kostenpflichtige Version des Dienstes, der eine umfassendere Prüfung des gesamten Inhalts in einem Schritt ermöglicht.

Findet man nun doppelten Content und man ist selber Urheber des Textes, dann sollte man sich mittels Impressum der Seite sofort mit dem/den Betreiber/n in Verbindung setzen und das sofortige Löschen des Inhalts verlangen. Passiert dies nicht, dann gilt es einen Rechtsanwalt einzuschalten. Wer seine Texte einkauft, bzw. Redakteure beschäftigt oder Material von Mitarbeitern nutzt, sollte natürlich zunächst diese auf den doppelten Content ansprechen. Es kann durchaus vorkommen, das der Fehler ja an dieser Stelle liegt. Und nichts wäre wohl peinlicher, als jemanden zur Löschung aufzufordern, obwohl es andersherum laufen sollte. Da kann ein Unternehmen schnell mal zum Lacher des Monats werden und sich damit auch noch die Online Reputation beschädigen.

Beweise sichern

Die Beweissicherung ist wichtig. Also erst mal Screenshots machen von der Website, am besten noch vom Quelltext der Seite und dieses abspeichern. Sollte es dazu kommen, dass die beschuldigte Website gelöscht wird und die andere Seite dann behauptet es wäre nie wahr gewesen, dann hat man etwas in den Händen. Natürlich auch für den Fall, das es zum Rechtsstreit kommt.

Man kann Texte sehr wohl mehrmals nutzen. Aber dafür muss man fleißig sein. und das macht einen guten Online Redakteur auch aus. Wenn er einen eigenen Text mehrmals nutzen möchte, muss er den Inhalt komplett umschreiben. Also nicht nur Passagen, sondern den ganzen Text und somit einen völlig neuen. Wer Mitarbeiter, Redakteure oder Agenturen einspannt, sollte, nein muss das Thema auf den Tisch bringen.

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Der Artikel wurde geschrieben von:

Thorsten - hat 686 Artikel geschrieben auf blogaboutjob Jobs Karriere Recruiting Arbeit.

Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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4 Kommentare dazu:

  1. Johannes Lenz sagt dazu:

    Hi Thorsten,

    irgendwie habe ich das Gefühl, daß sich in letzter Zeit diese Fälle häufen (joblog, personalberaterblog und jetzt Du).

    Warum? Vielleicht, weil wir genauer hinsehen? Oder weil sich die Plagiatoren dreister anstellen?

    Ich für meinen Teil werde meinem Stil treu bleiben und zitieren. Und das Gefühl, einen eigenen Text online gestellt zu haben und dann noch nen cooles Feedback zu bekommen, möchte ich nicht missen.

    Wie muß man sich aber erst fühlen, wenn der Text nicht von einem selbst ist… Plagiat bleibt Plagiat und sollte als solches gemeldet werden.

    Beste Grüße aus Stuttgart

  2. Henrik sagt dazu:

    Hallo, als Anfänger zumindest in der SEO-Welt würde ich gerne mal wissen wie ich es hinbekomme, dass meine Seite nur unter http:// und nicht auch unter http://www. zu erreichen ist. Deine Seite kam bei entsprechender google-suche gleich an erster Stelle und ich dachte mir:”Einfach mal den Profi fragen”.
    Gruss

    Henrik

  3. Thorsten sagt dazu:

    Hallo Henrik. Eigentlich müsste ich ja was von Dir lernen und nicht umgekehrt ;-) Eine Möglichkeit ist die direkte Zuweisung in der .htaccess Wer über keine im Root Verzeichnis verfügt, kann sich diese bequem und leicht selbst erstellen. Dazu einfach in Windows (falls das Betriebssystem genutzt wird) unter Start-Programme-Zubehör- den Editor auswählen. In das Eingabefeld einfach “Redirect / http://www.deineseite.de/” reinschreiben. (ohne die Anführungszeichen natürlich). Das speichert man einfach auf dem lokalen Rechner ab und vergibt bei “Speichern unter”, der Datei den Namen: .htaccess Den Punkt bitte nicht vergessen. Dann läd man die Datei mittels FTP einfach in das Root Verzeichnis, also in das oberste Verzeichnis, nicht in ein Unterverzeichnis. Fertig. Natürlich kann man in der .htaccess noch ganz andere Anweisungen eingeben, die zur Optimierung der Seiten dienlich sein können.

  4. Simone Janson sagt dazu:

    Hallo Thorsten,
    du hast ja beim bloggen per se schon doppelten Inhalt - dank unterschiedler Kategorien, Tags usw. Ich z.B. habe ja vier domains - und alle mit gleichem Inhalt. Um dem Problem vorzubeugen, hatte ich einzelne Seiten zeitweise auf No-Follow gesetzt - mit dem Ergebnis das meine Besucherzahlen einbrachen. So ganz glaube ich daher nicht an die Abstrafungstheorie…

    Was mich allerdings interessiert, ist, ob denn tatsächlich größere Seiten, die den eigenen Content übernehemen, dann als Urheber gewertet werden. Das höre ich heute zum ersten mal. Mr. Jarvis hat ja in seinem google Buch ganz klar gesagt: Verteilt euren Content kostenlos, gewertet wird sowieso immer die Ursprungssite. Wenn du zu dem Thema also mehr hast, fände ich das sehr interessant.

    Simone

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