ARGE erklärt HartzIV Empfänger für geistig behindert

Mo, Aug 17, 2009

Job, Karriere & Recruiting

Als ich Freitag den Beitrag im Fernsehen gesehen habe, glaubte ich weder meinen Augen noch Ohren trauen zu können. Die Sendung MONITOR im WDR brachte einen Bericht über Doris Kruse aus Magdeburg. Eine Frau, die nach der Teilnahme an einem schriftlichen, psychologischen Test, zu dem sie von der ARGE eingeladen wurde, einen Brief mit der Aufforderung erhielt, sich nicht mehr zu bewerben. Der Grund: Sie sei geistig behindert - nach Aktenlage!

psychologischer_testKein Arzt hat diese Frau, wobei es sich wohl nicht um einen Einzelfall handelt, begutachtet. Ausschließlich der psychologische Test, ein Intelligenztest, diente als Grund, die Dame von einer Ärztin als geistig behindert zu erklären. Hinter dem Prozedere scheint System zu stecken. Im Bericht kommt auch der Landschaftsverband Rheinland zu Wort der davon berichtet, dass immer mehr Menschen mit der Methode in Behindertenwerkstätten untergebracht werden, obwohl sie nicht behindert sind.

Das Kamerateam begleitet Frau Kruse zu einem Vorstellungstermin in eine Behindertenwerkstatt. Man muss es gesehen haben, sonst glaubt man es nicht.  Unglaublich! Hier klicken um das Video zu sehen.

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Der Artikel wurde geschrieben von:

Thorsten - hat 732 Artikel geschrieben auf blogaboutjob Jobs Karriere Recruiting Arbeit.

Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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4 Kommentare dazu:

  1. Stefan sagt dazu:

    Mir ist der Unterkiefer runtergefallen, als ich den Beitrag sah.
    Vor allem beim Pressespreche, der fleißig (und vergebens) Versuchte das Vorgehen schönzureden.

  2. Verena Kurth sagt dazu:

    Was für ein Skandal! Welche Anmaßung per Kurztest für die geistige Kompetenz anderer zu urteilen. Und welch Armutzeugnis auf diese Weise - doch eher dubiose - Testergebnisse an die Betroffenen auszugeben. Die emotionale Intelligenz von den Verfassern dieser Briefe scheint unterirdisch zu sein - schade, dass man das nicht testet!!

  3. Erik Strack sagt dazu:

    -echten behinderten werden so die arbeitsplätzte weggenommen
    -die behinderten werkstatt erhält so arbeiter die besser für niedrig löhne (für behinderten vorgesehen) arbeiten als die echten behinderten können für die sie zuständig sind.
    -die arge reduziert ihre statisk und lässt die Behindertenwerkstatt zahlen
    -ein mensch wird so stigmatisiert und gilt fortan als “behindert” und kommt damit nicht mehr davon weg. (vermutlich werden die ihm dadruch entstehende nachteile als “beweis” der “behinderung” vorgehalten)

    die ganze sache ist eine abartig und zeugt von einer menschenverachten maschinerie die nur auf statisk schönung ausgelegt neben wird für das Leben eines Menschen vernichtet nur um etwas Geld zu “sparen” (aka andere Stellen zahlen zu lassen).

  4. Lothar-B sagt dazu:

    Hallo ihr alle!

    Ja das ist nicht nur ein Skandal, est ist auch ein Armutsszugnis für die Justiz und die, die die Menschenwürde schützen sollen. Da erkennt sogar die Staatanwaltschaft in Magdeburg und die Oberstataatsanwaltschaft in Bernburg keine strafbare Handlung, wenn Menschen ohne jegliche Untersuchung für geistig behindert erklärt werden, und stellt das ganze Verfahren kurzerhand ein!

    Auch ein Rechtsanwalt, der Akteneinsicht nur mit der Bedingung bekam, das man ihm ausführlich erklärt, warum man einen Menschen mit Lese Rechtschreibschwäche für geistig behindert erklärte, kommt zu der Auffassung, das man rechtlich nichts machen kann. Schielich liegen ja diesbezüglich noch keine Urteile vor, die sich mit solchem Problem befassten.

    Also vorsicht, wenn Ihr zu einem solchen Test eingeladen werdet! Gehet nicht hin, mit der Begründung, das es keine Notwendigkeit gebe, sich phsychologisch untersuchen zu lassen, auch wenn gesagt wird, das so etwas notwendig sei, weil man ja feststellen wolle, ob und in welcher Form man dem Arbeitsmarkt noch zur Verfügung stehe.

    Es könnte sonst passieren, das man, weil man in der kürze der Zeit eitwas nicht verstanden hat, kurzerhand für geistig behindert erklärt wird…

2 Trackback für diesen Artikel

  1. Von der Arbeitslosigkeit in die Behindertenwerkstatt sagt dazu:

    [...] Gefunden habe ich diesen doch schon erschreckenden Auswuchs bei blogaboutjob.de [...]

  2. Elena will es wissen | Arbeitsagentur, Elena, Google | blogaboutjob Jobs Karriere Recruiting Arbeit sagt dazu:

    [...] sich mal das Zusammenspiel eines negativen Eintrags eines Arbeitgebers in diesem Zusammenhang vor. Hier geht es zu diesem Bericht. Bookmark den Artikel: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue [...]

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