Eine neue Stellenbörse mit dem Namen “Jobeinstieg” möchte den Absolventen den ersten Job vermitteln und geht morgen offiziell online. Damit bekommen Anbieter wie Absolventa Wettbewerb um die begehrten Köpfe aus den Hochschulen. Was aber soll Jobeinstieg.de von den anderen unterscheiden? Es ist ein Copycat von Experteer und bietet damit eine interessante Usability in Sachen Suchfunktion und lässt sich das Business von den Bewerbern bezahlen.

Zunächts einmal muss ich zugeben, dass ich diesmal nicht selbst auf die neue Stellenbörse gestossen bin. Jobmensa hat mich schon letzte Woche darüber unterrichtet, was man im Schilde führt. Jobmensa? Ja, richtig. Die stecken, wie man unschwer am Logo erkennen kann hinter dem neuen Angebot namens Jobeinstieg. Jobmensa ist vor einiger Zeit angetreten, Studenten den passenden Job während des Studiums zu vermitteln. Die Idee schien Holtzbrinck Ventures gut gefallen zu haben, denn diese investierten tüchtig in das Kölner Startup. Für die neue Stellenbörse hat Holtzbrinck nochmals Geld angepackt und steht als Investor also auch hinter Jobeinstieg.
Jobeinstieg.de bietet die gleichen, sehr guten Suchfunktionen wie Experteer. Ich mag das Suchprinzip gerne, da es neben den üblichen Kriterien auch die Gehaltsrange beinhaltet. Alles sehr übersichtlich gehalten. Schnell fällt dem Suchenden auf, dass er nur weitere Jobs einsehen kann, wenn er sich registriert. Nach der Registrierung sieht man dann auch, dass man zum vollen Funktionsumfang eine Premium-Mitgliedschaft benötigt.
Solch eine Premium-Mitgliedschaft hat den Vorteil alle Jobs einsehen zu können und diese auch 14 Tage vor den nicht Premium Mitgliedern. Die Kosten dafür  liegen bei:
- 1 Monats-Mitgliedschaft  - 14,50 Euro/Monat
- 3 Monats-Mitgliedschaft  - 11,50 Euro/Monat (34,50 Euro gesamt)
- 6 Monats-Mitgliedschaft – 7,50 Euro/Monat (45 Euro gesamt)
Zum Markt
Das ist natürlich ein interessantes Spielfeld. Experteer ist mit der Jobsuche nach Gehalt als erstes auf den Markt gekommen. Die Samwer Brüder (ehemals, Alando-, dann Jamba- Gründer und StudiVZ Investoren) haben das Konzept dann mit eCareer nachgebastelt. Die damals übrigens ihre Beteiligung an StudiVZ an Holtzbrinck veräußert haben. Wie es aussieht, laufen sich beide Parteien ständig über den Weg. Nun also ein drittes Board in der Runde, mit dem gleichen Prinzip. Allerdings ist die Konzentration auf Absolventen sinnig, da hier zukünftig auch die Musik ordentlich spielen wird. Der Mangel an Fachkräften macht dies immer attraktiver für die Unternehmen.
Meine Meinung
Ich finde die Suchfunktion klasse. Mit der Suche steht und fällt die heutige, aktive Jobsuche. Das es sich hier um einen Klon handelt, dürfte den einen sauer aufstoßen, andererseits ist jede Stellenbörse mittlerweile als solcher zu bezeichnen. Was ist wirklich neu auf dem Markt? Das der Bewerber zahlen soll ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, allerdings sind 45 Euro für ein halbes Jahr Suche nach dem passenden ersten Job wirklich viel Geld? Finde ich nicht, es ist halt nur unüblich. Dagegen hat das System einen Vorteil: Man kann, wenn man sich denn als Stellenbörse dahinterklemmt, auch solche Jobs anbieten, die vielleicht nicht auf anderen Portalen zu finden sind.
Womit man allerdings rechnen muss ist, dass es sich wie bei Experteer dazu entwickeln kann, dass solch ein Modell zwar in UK gut ankommt, aber in Deutschland nicht so recht Akzeptanz findet. Außerdem muss man sich davor hüten, dass man Jobs offeriert, die in Wirklichkeit in keinster Weise das Gehaltsversprechen halten können. Das stößt den Usern auf und gilt es zu vermeiden. Der wichtigste Vorteil jedoch bleibt, Nutzer müssen sich nicht die Jobs für Absolventen mühsam zusammensuchen. Hier dreht sich alles nur darum.
Holtzbrinck versucht die Gunst der Stunde zu nutzen. Nachdem man bei BusinessLive gesehen hat, dass mit dickem Werbeetat nicht unbedingt Erfolg verbunden ist, besinnt man sich wohl auch eher auf das was man schon hat. Die entsprechende Zielgruppe. Mit StudiVZ kann man nämlich ordentlich diesen Dienst bewerben und für richtig Traffic sorgen.
Ich wäre kein Blogger, würde ich nicht doch noch was finden, was mir aufgefallen ist und vielleicht den Betreiber ärgert. Zugegeben, ich habe nicht herausgefunden  von welcher Stellenbörse das ursprüngliche Script stammt, aber der Header mit den Meta Tags lässt nicht auf kölsche Wertarbeit schließen. Auf jeden Fall solltet ihr den Suchmaschinen auch sagen, dass ihr deutschen Content bietet und vielleicht auch mal die Beschreibung und Keywords eindeutschen ;-))
Auch wundern mich immer wieder Testomonials auf Seiten, die eigentlich noch gar nicht online sind. Und wenn, dann denkt daran die Bilder umzubenennen, denn so wird aus Daniel H, der seinen Traumjob schon über Jobseinstieg gefunden hat, ein John Doe, was nichts anderes als ein amerikanischer Namensplatzhalter wie Max-Mustermann im deutschen darstellt.
So, und nun viel Erfolg mit dem neuen Dienst. Ich bin gespannt wie es sich entwickeln wird.





























Oktober 5th, 2009 at 14:10
Kleine Anmerkung in diesem Markt sind auch noch http://www.spirofrog.de und http://www.alma-mater.de sehr aktiv :-)
Viel Erfolg nach Köln!
Oktober 5th, 2009 at 14:24
Hi Thorsten,
mich würde ja demzufolge mal das Feedback von Jobeinstieg zu Deiner Bewertung des neuen Portals interessieren…:)
Ein klare und gut gegliederter Post. Spannend finde ich ja immer wieder, daß Du auch in Sachen SEO Deine Fühler ausstreckst und Dein Fund in den Scripten läßt mich staunen. Ob man da nicht genau hingesehen hat oder es vielleicht sogar mit Absicht bei der englischen Fassung gelassen hat…?
Jedenfalls arbeiten wir auch seit längerem mit sogenannten “Testimonials”, die aber und darauf legen wir Wert, real sind. Meint, wir fragen nach und bekommen die entsprechenden Antworten, die dann online gestellt werden.
Schließlich stellt sich noch die Frage, ob es überhaupt noch eine Job- bzw. Stellenbörse braucht in diesem hartumkämpften Markt? Man muß sich ja nur mal kurz die Verzeichnisse auf http://www.crosswater-systems.com anschauen um festzustellen, daß es inzwischen nur in Deutschland eine Menge davon gibt, auch im Bereich Absolventen, in dem alma mater schon seit Ende der 90er jahre tätig ist.
Mit besten Grüßen aus Stuttgart
Johannes
Oktober 6th, 2009 at 19:24
Hallo Thorsten,
um deine Verwirrung über die kölsche Wertarbeit noch ein bißchen anzufachen, es gibt 3 Gründe warum Meta Tags etc. noch nicht passen.
1.) Vielleicht wollen wir ja noch international expandieren und da sind englische Platzhalter immer gut.
2.) Warum die Platzhalter in der deutschen version online waren: Wir waren eigentlich noch am testen, aber haben den Traffic Schalter aus Zeitdruck zu früh umgelegt
3.) Wir lassen nicht inhouse programmiern – wo wird aber nicht verraten.
Und die Testimonials waren dann eben als Platzhalter ebenfalls noch in der testversion und werden sobald wir Zeit finden noch korrigiert.
BG,
Benny