Diesmal hätte ich es fast verpasst, wenn ich nicht gerade bei Marcus gelesen hätte, dass sie erschienen ist. 533 Personalverantwortliche haben abgestimmt, und dabei 984 Bewertungen abgegeben. Mich würde es interessieren, was Sie davon halten. Sowohl als Bewerber, als auch Personalverantwortlicher.
Ich weiß nicht so recht, was ich selber von dieser, 2x im Jahr erscheinende Studie (zur Ansicht hier klicken) halten soll. So ist zum Beipiel auf der Homepage von Profilo ist zu lesen: ” Der Markt der Online-Jobbörsen ist nach wie vor unübersichtlich und intransparent.”
Ich sehe das nicht so. Es werden schnell mal Birnen mit Äpfeln verglichen. Der Online Stellenmarkt im Fach- und Führungskräftebereich ist eigentlich sehr gut zu überschauen. Er wird von 5 großen Jobbörsen beherrscht. Das die eine mal bessere Ergebnisse liefert als die andere, kommt auch darauf an, wie stark das momentane Marketing agiert und welcher Job, wo gepostet wird. Und das dies eben nie gleiche Ergebnisse erzielen kann, sollte den Beteiligten eigentlich klar sein.
Die Profilo-Jobbörsenstudie Umfrage wird seit 2002 durchgeführt. Damals konnte man noch eher einen direkten Vergleich tätigen. Allerdings wurde schon hinter der Hand gemunkelt, das die eine oder andere Stellenbörse Ihre Kunden zu einer Teilnahme gebeten angeregt hat. Wie gesagt, alles nur Gerüchte ;-)
Was ist aber in den letzten Jahren passiert? Alle Stellenbörsen haben Kooperationen geschlossen. Dazu gehören auch Printtitel und es können parallele Insertionen gebucht werden. Wo der Bewerber dann her kommt, ist dann immer schwerer zu ermitteln.
Ein schönes Beispiel: Jobstairs. Auf Platz eins, obwohl lediglich 37 Unternehmen dort schalten. Hmmm? Ob es daran liegen kann, dass die Betreiber der Börse gleichzeitig die Inserenten sind? Man wird schwerlich negatives über das eigene Jobboard sagen, oder? Und noch was: Die Anzeigen erscheinen gleichzeitig bei der FAZjob.NET der Online Stellenbörse der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Und man ist sich so sicher, dass alle Bewerbungen über Jobstairs kommen? Zumal oftmals ein Bewerbungsformular vom Bewerber genutzt werden soll. Dieses liegt aber oftmals auf dem Server des ausschreibenden Unternehmens und somit kann in der Regel nicht mehr getrackt werden, woher der Bewerber kommt. Uns haben Kunden bestätigt, dass sie fast jede 3. Stellenanzeige, die sie bei FAZjob.NET schalten, besetzen konnten. Diese liegt aber im Ranking nur auf Platz 11.
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Auf Platz 2 dann wieder mal Jobware. Ich gönne es den Paderbornern von Herzen, aber ganz ehrlich, ich möchte Herrn Dr. Achilles nicht zu nahe treten, aber auf der letzten Personalmesse in Köln – und das ist die größte – waren die anderen Jobbörsen, allen voran Jobscout24 und meinestadt.de von Kunden belagert, während in meinen Augen bei Jobware, gelinde gesagt gar nichts los war. Und das obwohl alle Jobware so toll finden? Die Anzahl der schaltenden Firmen (über 1200/Stand heute) liegt unter dem Niveau von jobscout24 (über 1300/Stand heute). Auch begegnet mir Jobware nicht wirklich bei der täglichen Arbeit bzw. ist kein Thema bei Kunden. Da reden wir in der Regel eben über monster/jobpilot, StepStone und jobscout24. Kann ich mir, ehrlich gesagt, nicht erklären.
Jobsintown auf Platz 4…ahhh ja.
Kommen wir zu den “Neuzugängen” : Gigajob auf Platz 5. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Wir haben das selber ein paar mal ausprobiert. Fach- und Führungskräfte: Nichts, nada, niente. Das Job Board gibt sich echt Mühe und ist nicht schlecht, aber das hat mit einer der großen Stellenbörsen nichts zu tun. Wie es aussieht sind die User in der Regel aus dem gewerblichen und kaufmännischen Bereich. Aber nicht für Fach- und Führungskräfte. Ganz ehrlich, wir haben es mehrmals probiert und die Resonanz war null. Allerdings auch im kaufmännischen Bereich. Da haben wir für uns selbst Bürokräfte gesucht. Keine Bewerbung und aus der Datenbank angesprochene Bewerber haben sich nicht einmal gemeldet. Gigajob in den Vergleich aufzunehmen, ist für mich einfach unglaublich unverständlich.
Kalaydo auf Platz 5 kann ich mir gut vorstellen. Die Ergebnisse sollen sehr gut sein, gerade im regionalen Bereich. Und da sehe ich auch deren Stärke. Auch hier ist das Ganze schwer Print geprägt und steht und fällt mit der Symbiose Print/Online. Als NRW lastiges Bord, eine sehr gute Alternative wenn man in NRW sucht. Das hat Herr Olten auch super hinbekommen. Wir erinnern uns alle vielleicht an den Rohrkrepierer Jobversum? Die hätten damals jemanden wie Herrn Olten gebraucht.
Monster auf abgeschlagenen Platz 15. Ganz ehrlich. Viele Unternehmen die ich kenne sagen, der meiste Rücklauf würde durch Monster erfolgen. Wenn denn wirklich objektiv abgestimmt wurde, dann könnte es sich höchstens um ein Abstrafen für zu langsames Agieren sein , oder aber dafür, dass die Anzeigen so schnell durch die Suchlisten rutschen, weil so eine große Masse nachrückt. (lesen Sie dazu auch meinen Artikel am Montag: gibt es eine kritische Größe bei Stellenbörsen)
Fazit: In meinen Augen kann man keine Börsen für Fach- und Führungskräfte, mit spezialisierten, wie Ingenieurkarriere oder einem Jobbord für mehr oder weniger gewerbliche Jobs, zusammen zu Wahl aufstellen. Die Unternehmen sind eh gezwungen, mehrere Stellenbörsen gleichzeitig zu nutzen. Eine alleine reicht da schon lange nicht mehr. Wie und wo man erfolgreich schaltet, wird in erster Linie durch 2 Börsentypen bestimmt. Die Big Player und die spezialisierten Stellenbörsen. Und das muss so nicht bleiben. Es kommt eben ganz darauf an, wen ich eigentlich suche. Einen Vertriebler suche ich woanders, als einen Betriebsleiter. Eine Sekretärin woanders als den Controller.
Mir ist auch klar, dass die ausführliche Studie darlegt, wer-was-wo gesucht und gefunden hat. Aber so unterschiedlich die Ansprüche und Firmen selbst sind, kann man eben nicht eine Art TopTen Liste dazu verfassen. Die Rankingliste ist in meinen Augen so nicht zu adaptieren. Man müsste es schon im Vorfeld aufteilen und die Firmen befragen, die die jeweiligen Börsen nutzen und die mehr oder weniger gleichen Mitarbeiter suchen. Und wie sehen die dann den Erfolg in der jeweiligen Börse. Die Rankingliste ist mir zu allgemein. Und in meinen Augen kann man seit mindestens 7 Jahren, den Markt der Stellenbörsen so nicht mehr betrachten. Aber das muss jeder für sich entscheiden.






























April 1st, 2008 at 11:11
Sehr gut kommentiert, Thorsten.
Was ich über Profilo denke, habe ich Ende Oktober gepostet: http://www.online-recruiting.net/2007/10/10/employer-branding-per-zuverlaessiger-mediaplanung-im-internet-i/
Die Ansicht, dass die Jobbörse der FAZ gute Ergebnisse liefert, kann ich jedoch nicht teilen. Die Anzeigen, die wir dort schalten, erhalten wesentlich weniger Traffic als bei anderen Jobbörsen und generieren so gut wie gar keinen Rücklauf.
Jobware halte ich dagegen für eine sehr gute Seite, sowohl von den Zugriffsstatistiken her (diese liegen übrigens oftmals deutlich höher als bei Monster) als auch von der Kundenzufriedenheit. Natürlich ist bei JobScout24 & Co. meistens mehr am Stand los, Jobware hat meiner Meinung nach einen anderen Anspruch: Qualität statt Masse. Keine Sorge, ich werde nicht von Jobware für die PR bezahlt ;-) das sind meine Meinung und meine Erfahrung mit diesem Stellenmarkt.
In Bezug auf Jobbörsen, die ihre Kunden bitten und sogar kokret auffordern, an der Profilo Studie teilzunehmen, kann ich Dir bei Gelegenheit gerne einen Newsletter weiterleiten, den ich Anfang Oktiber 2007 erhalten habe… Schon lustig.
April 1st, 2008 at 11:24
Das mit der FAZ wundert mich. Rückläufe sind weniger, das kann auch ich bestätigen. Aber die Qualität und Einstellungsrate, ist bei unseren Kunden eben tatsächlich hoch. Allerdings war das bis Mitte letzten Jahres auch nicht so. Das ist erst in den letzen Monaten so geworden.
Was Jobware angeht, so scheinen die Meinungen ja weit auseinander zu gehen. Ich hätte mal Lust so einen richtigen Testballon in Sachen Schaltung zu starten. Und das auf allen Börsen mit 3 verschiedenen Jonbereichen. Und dann mal schauen was wirklich rauskommt. Mittelständisches Unternehmen und einem Großunternehmen als Arbeitgeber und dann schauen was rauskommt.
Die E-Mail nehme ich dankend an. :-)immer her damit: office[at]4career.de ist bestimmt interessant.
April 1st, 2008 at 13:04
Profilo-Jobbörsenstudie 3/2008
Deutsche Marktforschungsunternehmen arbeiten bei ihren Studien häufig nach dem ADM-Mastersample des
Arbeitskreises Deutscher Marktforschungsunternehmen. Eine grobe Faustregel
besagt: Um deutschlandweit repräsentative Ergebnisse zu erhalten, müssen
mindestens 1000 Personen befragt werden..
Geringe Rücklaufqouten bringen grundsätzlich methodische Problemstellungen mit sich: zum einen nach der Repräsentativität der Stichprobe, zum anderen nach adäquaten Schlussfolgerungen.
Vielfach suggerieren Umfragen mit der Zusatzbemerkung “auf der Basis einer
Repräsentativbefragung von xy – Anzahl” eine passende Aussage gefunden zu haben, die eine
problemlose Generalisierung der Ergebnisse erlaubt.
Daraus kann berechtigt die Folgerung abgeleitet werden, daß im Vorfeld einer “Studie” Richtwerte u. a. für die Mengengerüste definiert werden. Eine Studie ist eine “Wissenschaftliche Untersuchung unter vorher genau festgelegten Bedingungen”. Gleichzeitig ist es ein Leichtes über das Internet Rückläufe zu generieren, deren Aussagewert beschränkt ist, da sie ein so verzerrtes Sample abfragen, dass keine Repräsentativität erreicht wird, sondern nur das extrem verstärkte Bild einer Teilzielgruppe.
Sind die Quellen unabhängig, nach dem Zufallprinzip ausgewählt oder sind die Teilnehmer “bestellt”, wie valide sind die Ergebnisse?
Tausende von Untenehmen posten auf den in der Studie genannten Jobboards ihre Stellenangebote.
Da ist die Beteiligung von 533 Personalverantwortlichen “dünner Tobak”
April 6th, 2008 at 19:20
Ihr sagt also, die Studie und das Ranking taugen nur bedingt. Auf welches Pferd sollte man denn nun setzen?
Sollte man auch schauen, womit die meisten Bewerber zufrieden sind?
Sind Suchmaschinen wie jobs.trovit.de irgendwie aussagekräftig?
Februar 12th, 2009 at 19:46
stellenanzeigen.de ist die ganz klare Nummer 1. Was war den früher Monster, ein schlechter Witz mehr nicht. Ausserdem entscheiden die Amis,
wo es da lang geht und nicht wir Deutschen.Und Jobscout ist nur noch bekannt mehr nicht, im Rücklauf einer der schlechtesten. Jobware beschränkt sich auf die 80.000 Euro Jobs den Rest fangen sie nicht ab, Stepstone geht mit Schweinepreisen auf den Markt und hält sich damit auch nicht. SZ und FAZ sind lächerlich im Onlinebereich.