Kampf um den transparenten Social Media Nutzer

Do, Dez 3, 2009

Job, Karriere & Recruiting

Social Media wird zum Kern des Internets. Früher bestimmten Dienstleister, Bildungseinrichtungen und Nachrichtendienste das Web. Mittlerweile sind es die User selber, die durch ihre Nachrichten in Social Media Diensten das Web gestalten. Jeden Tag mehr. Wer, sich wie, das neue Web zu Nutzen macht.

Multiposting

Wer heute eine Nachricht auf Twitter oder Ping schreibt, kann diese parallel auch auf  Facebook, LinkedIn und anderen Diensten erscheinen lassen. Wer keinen geschlossenen Account hat, dessen Nachrichten werden auch in den großen Suchmaschinen Bing und Google gefunden. In Echtzeit.

Ein Traum für Menschen wie mich, denen es darum geht, von so vielen wie möglich gelesen zu werden. Ein Alptraum für diejenigen die sich als gläsernen Menschen sehen. Wer in das Social Media Karussell einsteigt, der macht sich transparent. Muss transparent sein.

Nun verkündet Yahoo, dass man mit Facebook eine Kooperation eingegangen ist. Ab sofort, kann jeder der einen Account bei Yahoo besitzt, auch von dort aus auf Facebook zugreifen und munter posten. Bisher allerdings nur von der Yahoo.com Seite aus.

facebook_yahoo

Google Friend Connect

Google dagegen hat Twitter in seinen Dienst “Friend Connect” integriert. Websitebesitzer melden sich dort an und integrieren “Friend Connect”  auf ihrer eigenen Website oder Blog. Dort können sich Besucher mit ihrem Google Account anmelden und so Mitglied der Seite werden. Ähnlich eines Fans. Einmal angemeldet, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Je nachdem welche Möglichkeiten der Websitebesitzer zulässt, können die Besucher sich untereinander austauschen, andere einladen oder in Blogs, Kommentare mit einem eigenen Bild oder Videos hinterlassen.

Nun kann jeder Besucher seinen Google Account bei Friend Connect auch mit seinem Twitter Account verbinden. Damit kann man aus jeder Website/Blog, die Google Friend Connect anbietet, twittern. Ein Beispiel: Wenn ich es integriere, kann jeder Besucher, der über einen Google und Twitter Account verfügt, diesen Artikel kommentieren und anschließend darüber twittern. Gleichzeitig kann er mit anderen Nutzern hier auf dem Blog darüber diskutieren. Spielerei? Immerhin nutzen schon 9 Millionen Website diesen Dienst.

Keine stille Post

Nicht ganz zu unrecht sehen einige darin die Gefahr zum gläsernen User zu werden. Abgesehen von persönlichen Meinungen und Diskussionen die man über Twitter & Co führt, funktioniert Social Media nun mal hauptsächlich durch die Weitergabe von Informationen. Gleichzeitig macht jeder Nutzer damit klar, wo seine Interessen liegen. Anders geht es nicht. Es ist wie bei der stillen Post.  So würde auch Social Media nicht funktionieren.

Die großen Anbieter wie Google, Bing und Yahoo verdienen viel Geld mit Werbung. Die werbenden Unternehmen allerdings, sind immer weniger bereit große Streuverluste hinzunehmen. Sie wollen das ihre Anzeigen nur bei denen ankommen, die als Kunden in Frage kommen. Und gerade, nein, nur im Web hat sich die Art zu Werben, immer weiter verändert.

Personalisierte Werbung

Bisher war ist das höchste der Gefühle, dass eine Suchmaschine wie Google, Adwords anbietet. Inserenten buchten einzelne Keywords oder Phrasen für ihre Werbung, die dann angezeigt wird. Nun ist da aber Facebook. Dort geben die User an, woher sie kommen, wie alt sie sind, ob sie auf Partnersuche oder verheiratet sind. Alleine damit lässt sich ja schon prima Werbung steuern. Dann kommt Twitter und alle Welt tweetet was sie interessiert. Jeder Nutzer macht sich so transparent. Mit jeder Nachricht ein Stück mehr.

Und das ist genau womit in Zukunft Geld im Web verdient wird. Personalisierte Werbung mit minimalen Streuverlusten. Deswegen die Integrationen von Twitter in Google und Facebook bei Yahoo usw. Facebook ist für Google, durch die Integration von Twitter, nämlich zu dem wohl gefährlichsten Wettbewerber geworden was die Werbung angeht. Denn Facebook verfügt über 350 Millionen User, die nicht nur angeben wer, was und wo sie sind, sondern dank Twitter auch, wofür die sich so interessieren.

Wer möchte schon gläsern sein?

Vogel Strauß zu spielen und Social Media nicht zu nutzen ist ein Weg. Aber bestimmt nicht der beste. Warum? Es gibt viele Gründe. Einer ist sicherlich der, dass man seine Reputation steuern sollte, bevor es andere machen. Ein weiterer ist Wissen. Bewerber müssen in ihrem Themengebiet nicht nur fit, sondern up to date sein. Aktualität ist Trumpf. Und das kann man nur erreichen, wenn man das Wissen mit anderen teilt.

Können Sie sich noch daran erinnern, dass in den letzten 3 Jahren alle Unternehmen nicht oft genug betonen konnten, dass Weiterbildung einer der wichtigsten Faktoren für Arbeitnehmer ist. In Zeiten der Krise lese ich nicht mehr viel davon. Trotzdem bleibt Wissen der wichtigste Faktor für die Karriere. Und genau dafür eignet sich Social Media hervorragend. Da kann man sich im Gegenzug, doch zukünftig gerne mal die eine oder andere passende Werbung anzeigen lassen. Oder?

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Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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3 Kommentare dazu:

  1. Michael (Eifelpfeil) Kieweg sagt dazu:

    Von mir ein ganz klares NEIN.
    Werbung ist die Pest unserer Zeit.
    Ichmöchte möglichst wenig belästiigt werden. Das wird auchnicht dadurch besser, daß irgendein Algorithmus meint, aufgrund seiner Annalyse müsste die Werbung mich interessieren.
    Nenn mich rückständig, aber ich entscheide, wann ich mich über was informieren möchte.
    Bei mir ist als erstes der Bedarf da und dann die Informationssuche und bei der sind Personen, die ich kenne und von denen ich weiß, daß sie ähnliche Bedürfnisse haben, meine Ansprechpartner.
    Werbung ist bei mir immer unbesehen Müll im Real Life und im Netz.

  2. Michael (Eifelpfeil) Kieweg sagt dazu:

    Noch ein Nachtrag: Wenn ich mir meine Timeline auf Twitter so anschaue, dann käme bei dem Versuch mir “passende” Werbung einzublenden wohl allerlei Merkwürdiges raus.
    Zigaretten und Tabakwerbung oder Nichtraucherbücher, weil eine Twitterbekanntschaft gerade das Rauchen aufgibt und ich mich dazu geäußert habe, Kindererziehungsratgeber, weil ich mit einigen Müttern rumgefrotzelt habe über ihre “Brut”.
    Würde der Algorithmus merken, daß ich Weihnachten und Weihnachtsmärkte verabscheue oder bekäme ich allerlei schnulzige Weihnachtswerbung, weil das Wort “Weihnachten” sehr häufig in meinen Tweets vorkommt.

    Auch wenn es sinnlos ist: Verschont mich bitte mit diesem Marketingmüll!!

  3. Tameka Mazzei sagt dazu:

    Darauf habe ich lange gewartet! Ich habe schon eine Zeit lang bemerkt, dass die Suchergebnisse nicht stimmen können. Als unerfreuliches Exempel kann ich meine Website naehmaschinen-hv.de nennen, die in letzter Zeit trotz gewaltiger Besucheranzahl ständig mehr in der in der Hierarchie abgerutscht sind.

1 Trackback für diesen Artikel

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