Griechenland und der Arbeitsmarkt

Di, Mai 4, 2010

Job, Karriere & Recruiting

Griechenlands Finanzprobleme sind Top Thema der Medien. Zwischen den üblichen, gegenseitig erhobenen Schuldzuweisungen der Politik und der Suche nach Schuldigen in der Finanzwelt, habe ich mich gefragt, welche Auswirkungen der Offenbarungseid Hellas auf die hiesigen Arbeitsmärkte haben kann. Ich glaube, dass es in Deutschland Jobs kosten wird.

Deutschland sieht sich als Vorzeigeland nach der großen Wirtschaftskrise. Im Gegensatz zu anderen Nationen verfügen wir über eine starkes Wachstum im Export. Die Ausfuhren im Februar diesen Jahres betrugen 70 Milliarden Euro. Der höchste Zuwachs seit April 2008.  Durch den  schwachen Euro sind Produkte der Auto- und Maschinenbauer wie auch die Luft- und Raumfahrtindustrie stark nachgefragt. Und auch die Handelsbilanz mit einem Plus von 12,6 Milliarden Euro lässt sich sehen. Die BILD spricht schon davon, dass wir von der Griechenlandkrise profitieren.

Über 1,3 Millionen verdienen nicht genug zum Leben

Tatsächlich bringt dieser Exportschub auch Jobs. Demnach kann Deutschland als einziges EU Mitglied gesunkene Arbeitslosenzahlen vorweisen. Um einen Prozentpunkt. Immerhin. Die Durchschnittsarbeitslosenquote im bisherigen Jahresverlauf beträgt momentan satte 10 Prozent. In Spanien sind es sogar 19,1 Prozent. Allerdings ist unser Arbeitsmarkt – meiner bescheidenen Meinung nach – bei weitem nicht so stark wie suggeriert. Schon vor der Krise begann der Umbau der Arbeitswelt. Immer mehr Jobs wanderten in den Niedriglohnsektor bzw. Mini- und Midijobs, sowie in die Zeitarbeit. Alleine 2009 mussten über 1,3 Millionen Arbeitnehmer trotz Job, zusätzlich HartzIV beantragen um über die Runden zu kommen.

Griechenland dagegen hatte selbst in 2008 noch ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent, während die EU Zone im Durchschnitt auf gerade mal 0,9 Prozent kam. Auf die letzten Jahre bezogen, hatte Griechenland im Schnitt sogar ein Wachstum von 4 Prozent. Auch Griechenland hat sich zu einer Dienstleistungsgesellschaft gewandelt. In diesem Sektor ist vor allem der Tourismus die treibende Kraft. Die eigentlichen Stütze der Wirtschaft ist allerdings der Bausektor. Die Olympiade hat hier in den letzten Jahren für einen enormen Schub geführt. Allerdings auch die Subventionen aus der EU. Diese betrugen nämlich im 3. Förderrahmen rund 26 Milliarden Euro. Obwohl der private Hausbau um über 26 Prozent im gleichen Zeitraum schrumpfte.

Mehr Importiert als Exportiert

Wichtigster Handelspartner Griechenlands ist Deutschland, das 14 Prozent des Gesamtimports des hellenischen Staates deckt, wie der Exportbericht zeigt. Wiederum 11 Prozent der Exporte Griechenlands gehen nach Deutschland. Griechenland kaufte alleine 2008 für 8,6 Milliarden Euro Waren in Deutschland. Nirgendwo sonst auf der Welt kauft Griechenland übrigens so viele Rüstungsgüter wie in Deutschland ein. Dumm nur, dass die Käufer eben oft anschreiben lassen. Das geht zwar nicht ganz so wie im guten alten Tante-Emma-Laden, aber die Käufe werden per Kredit finanziert. Dabei spielen wiederum deutsche Kreditinstitute eine große Rolle, die diese Kredite an Länder wie Griechenland vergeben.

Wenn nun der Schuldner nicht mehr zahlen kann, dann trifft das Deutschland in zweierlei Hinsicht. Einmal wieder erneut die Banken und natürlich ebenso die deutschen Produzenten, da nichts mehr nachbestellt wird. Und hier kann es den hiesigen Arbeitsmarkt schnell treffen. Fairerweise muss man sagen, dass nicht nur Griechenland auf Pump kauft, sondern natürlich auch andere Länder die nicht flüssig sind. Italien, Spanien und Portugal sind da wohl die bekannteren. Diese Länder fordern nun wiederum Deutschland auf verstärkt zu Importieren, also den heimischen Konsum anzukurbeln, damit auch wir wieder im Ausland die Börsen füllen.

Auch Telekom erwartet schlechtere Zeiten

Der Telekom Chef René Obermann äußerste der Welt am Sonntag gegenüber, dass er das Unternehmen auf wirtschaftlich schwerere Zeiten vorbereitet, da auch er wirtschaftliche Folgen durch die Staatsverschuldungen erwartet. Für den Arbeitsmarkt könnten wieder schwere Zeiten anbrechen. Erst recht wenn Griechenland nur das erste Land von weiteren ist welche zahlungsunfähig werden könnten.

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Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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    [...] eine positive Entwicklung durch den zu Anfang des Jahres stark gestiegenen Export. Wie ich aber schon berichtet habe, halte ich dies in der derzeitigen Situation für ein sehr fragiles [...]

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