Thomas Sattelberger zeigt wie Personalmarketing funktioniert

Do, Jun 17, 2010

Job, Karriere & Recruiting

Ich beobachte die Telekom ja mit großem Interesse, da gerade der Personalbereich des Unternehmens einen starken Wandel erfährt. Die Modernisierung des TK-Riesen schreitet im Personal ordentlich voran. Wie geschickt Thomas Sattelberg, Personalvorstand der Telekom, solch einen dringenden Wandel auch noch als Personalmarketing par excellence einsetzt, zeigt die Medienreaktion zur Frauenquote bei der Telekom. Das Unternehmen hatte im März veröffentlicht, dass man bis Ende 2015,  30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzten möchte. Nun legt Sattelberger nach.

thomas-sattelbergerSo etwas bringt einen als Arbeitgeber natürlich dicke Pluspunkte ein. Vor allem, wenn man sich als erstes der Dax 30 Unternehmen dazu verpflichtet. Da ist schon allein der Bonus des “first Movers” ein absolut wichtiger Faktor. Alle Unternehmen die folgen sollten, werden diese mediale Aufmerksamkeit nicht mehr bekommen, sondern eher sogar an den Bemühungen der Telekom stets gemessen bzw. verglichen werden. Und ich mag den Personalvorstand Thomas Sattelberger. Der Mann ist ein echter Personalmarketing-Profi. Gibt er doch dem Handelsblatt ein Interview und kartet dort noch mal so richtig nach. Teilzeitarbeit für Führungskräfte soll angeboten werden und das Wochenende gehört nicht der Firma. Sattelberger selbst sagt, dass er am Wochenende schon mal bis zu 50 EMails an seine Mitarbeiter verschickt hat. Selbstkritik, gerade im Bezug auf die Mitarbeiter, kommen aus dem Munde eines Vorstands natürlich erst recht als wegweisendes Signal an. Man könnte auch von Work-Life-Balance sprechen und es so den Bewerbern verkaufen. Aber Sattelberger redet absichtlich Klartext und erreicht so, viel gezielter die emotionale Ebene der Öffentlichkeit.  Er redet offen über die Männercliquen in großen Unternehmen, die lediglich gerne die “Speichellecker” fördern. Dabei spricht er natürlich nicht von der Telekom, sondern platziert klar die Aussage, dass er das nicht duldet. Jeder hat seine Chance.

Seine Aussagen sind also sehr geschickt platziert. Die Botschaft wird beim Bewerber ankommen. Ohne teuren Werberummel schafft es Sattelberger, das Unternehmen als Arbeitgeber in ein völlig neues Licht zu stellen. Und das vor allem ohne die üblichen Termini der Selbstbeweihräucherung. Im Gegenteil, er spricht aus was sich jeder Bewerber denken kann aber in den Personalabteilungen gerne unter den Tisch fallen gelassen wird. Außerdem wird alleine in diesem einen Interview so ziemlich über alles geredet, was den Bewerber an einem Unternehmen interessiert. Work-Life-Balance, Karrierechancen und Mitarbeiterkommunikation. Lediglich das Thema Entlohnung fehlt.

Eine ganzseitige Imageanzeige in einer führenden Tageszeitung hätte 50.000 Euro gekostet. Man kann sagen,  Sattelberger bekommt diese durch die Form der Berichterstattung völlig kostenlos. Seit Wochen und immer wieder! Ohne auch nur einmal eines der üblichen Schlagworte zu gebrauchen. Geschickt gemacht und vor allem vorbildlich für andere Unternehmen.

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Der Artikel wurde geschrieben von:

Thorsten - hat 732 Artikel geschrieben auf blogaboutjob Jobs Karriere Recruiting Arbeit.

Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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1 Trackback für diesen Artikel

  1. Chef, ich brauch nen Lehrling... | Spirofrog Blog sagt dazu:

    [...] aber nicht jeder die Ressourcen der Deutschen Telekom einsetzen kann ( hier ) hier mal ein paar Tipps zur Bekämpfung der Ausbildung, bzw. zum Bewerbermangel und dessen [...]

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