Vor fast 2 Jahren, habe ich einen Artikel über den Vermittlungsgutschein der Arbeitsagentur geschrieben. Darin geht es um den Ensatz der privaten Arbeitsvermittler mit diesem staatlichen Instrument. Grund des Artikelswar damals, dass ich Stellenanzeigen gefunden habe, die sich ausschließlich an Arbeitslose mit Vermittlungsgutschein richteten.
Ich habe damals Fakebewerbungen geschickt, um der Sache nachzugehen. Der Artikel hat nicht nur damals für Aufsehen gesorgt, sondern wird immer wieder gelesen und vor allem Kommentiert. Vielen Dank an dieser Stelle an die Leser und vor allem die fleißigen Kommentatoren. Denn mittlerweile sind es fast 100 Kommentare, die sich unter dem Artikel tummeln. Da werden Erfahrungen gepostet, Private Vermittler (PV´s) die so nicht arbeiten, wollen – und sollen natürlich auch – darüber berichten, dass sie so etwas nicht praktizieren.Und es wird gestritten was das Zeug hält. Klasse!
Heute berichte ich nun erneut darüber, da nun wieder einmal etwas Typisches passiert ist. Ich fand heute folgenden Kommentar:
Also ich muss sagen, ich war bei einem Privaten Arbeitsvermittler und war überrascht wie einfach alles sein kann, wenn man jemanden hat der Ahnung hat. Kommt aus Dortmund Brackel und ist wärmstens zu empfehlen. Hat schon echt gute Kontakte die ich nie gefunden hätte. Der Arbeitsvermittler half mir – haltet euch sogar fest – “unentgeldlich” wieder in Arbeit zu kommen, da ich keinen Vermittlungsgutschein mehr hatte. Ich finde das jemand der gute Arbeit leistet auch sein Geld kriegen sollte. Wer arbeitet den umsonst? Aus dankbarkeit habe ich meiner Bekannten mit Vermittlungsgutschein empfohlen sich dort zu bewerben, die auch promt eine Arbeit erhielt. Unfassbar. Also ich find die PAs gut. (PS: Vermittler hieß Pas.…* )
(*Name gekürzt dargestellt )
Ja, ja, da war es wieder. Die Schleichwerbung im Blog. Nicht das es sich hierbei um etwas Neues handelt. Aber dennoch einer Erwähnung würdig. Ich habe dem Kommentar folgendermaßen beantwortet:
Nachricht von Thorsten zur Jacobsmühlen an den Kommentator:
Lieber Herr G. aus Dortmund,
solche unglaublichen Werbeaktionen bringen Ihren eigenen Berufsstand in Verruf. Leute wie ich gehen mit dem Internet als tägliches Werkzeug um. Und wenn ich solch werbeträchtige Botschaften in meinem Blog entdecke, sehe ich lieber zweimal hin und recherchiere ein wenig. Demnach lassen sich Ihre Daten mit der Pas.…* aus Dortmund in Verbindung bringen. Ich finde es ein starkes Stück, wenn Sie mit diesen Methoden bzw. Texten versuchen, Werbung bei Arbeitslosen zu platzieren.
Hierbei ist es wieder einmal exemplarisch, wie leichtfertig manche Unternehmen mit Ihrer Reputation umgehen. Wer solche Texte schreibt, denkt oft nicht daran, welche Konsequenzen es haben kann wenn der Schmuh auffliegt. Kommunikationsprofis wissen, dass man so niemals Werbung treiben darf. Im Produktmarketing ist das schon schlecht, im Personalmarketing aber unverzeihlich. Und als Personaldienstleister in genau dem kritisierten Thema ziemlich einfältig.
Wer in Blogs, als Arbeitgeber oder Personaldienstleister, Werbung in Form von Kommentaren treiben möchte, der sollte sich klar zu erkennen geben und über Inhalte diskutieren. So kann man ebenfalls seine Meinung und damit Betriebsweise darstellen und sich, als vielleicht anders als im Text beschriebene Dienstleister, profillieren. Selbstverständlich genau zum Thema passend und als Mehrwert für die Leser. Alles andere ist plumper Werbetext. Und der kostet eben Geld und geht gar nicht in Blogs.
Übrigens, am 8. Juli 2010 hat der Bundestag einer erneute Verlängerung der Vermittlungsgutscheinregelung bis zum 31.12.2011 zugestimmt. Die Zustimmung des Bundesrats sollte nur noch Formsache sein. Es geht also weiter, trotz unklarer Ergebnislage.





























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