Neue Stellenbörsen für Studenten im Test

Di, Apr 15, 2008

Stellenbörsen & Networks

studentinUnd wieder ist die Recruitinglandschaft um zwei Stellenbörsen reicher. An sich kein Thema darüber zu berichten, wenn die 1113te Börse online geht. Allerdings schaue ich immer etwas genauer nach, wenn es hochschulbezogen wird. Das Abgreifen von vielversprechenden Studenten ist halt wichtig. Nur muss man auch hier ganz genau schauen, wo man Geld und Zeit investiert. Ich habe mal einen ersten Blick gewagt.

Die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf geht mit dem “Stellenwerk” ins Rennen um Firmen zum Schalten zu animieren. Zum Start gab es eine kostenlose Phase. Wer vor dem Onlinegang des Services eine Stelle platzieren wollte, musste nichts zahlen. Allerdings stehen diese Anzeigen dann nur 14 Tage kostenfrei online. Sehr optimistisch, wenn man davon ausgehen sollte, dass 14 Tage ausreichen würden um genug, bezahlte Anzeigen für eine Füllung zu bekommen. Und damit steht und fällt nun mal der Zulauf der User.

stellenwerk

Die Suche ist absolut Basic und außer einer Rubriken-Kategorisierung und einer Freitextsuche, bietet man nichts an. Stellenanzeigen sind nicht in eigener HTML, im eigenen CI einzustellen, sondern nur als Text - dafür zahlt man 40 Euro. 90 Euro bezahlt man für eine Premium Anzeige. Da ist dann Logo und Link drin. Aber es bleibt bei einer einfachen Textanzeige. Außerdem kann die Anzeige als pdf hinterlegt werden. Oh man. So wird das nie was. Das Bord ist der Versuch in meinen Augen nicht wert und ich bin enttäuscht solch eine schlechte Mache von einer Uni zu sehen.

Der zweite Versuch: Das Studentenwerk Düsseldorf geht mit jobportal-studierende.de an den Start. Während ich schreibe, teste ich übrigens. Und was ich sehe, tut mir in den Augen weh. Das ist das Schlechteste, was ich seit langem zu sehen bekommen habe. Wer hat´s gemacht? Die Firma Asmus aus Wuppertal hat das Ganze realisiert. Fein säuberlich sind im Impressum die Verantwortlichen für jeden Bereich der Seitengestaltung und Erstellung aufgeführt. Eine fragwürdige Ehre. Die Anzeigen sind ebenfalls selbst, als Text einzustellen. Bei einer Standartanzeige zahlt man für 4 Wochen 30 Euro. Eine Premium-Anzeige kostet 60 Euro. Hier kann man noch ein Firmenlogo einbinden und ein Firmenprofil als pdf hinterlegen.

studentenwerk

Wo man die Jobs findet geht unter in den Links. Man muss erst dreimal schauen, bis man die Logik der Navigation versteht. Hier wurden die grundlegendsten Fehler gemacht. Wahrscheinlich in der Hoffnung, das die Suchmaschinen die Linkbezeichnungen toll finden, weil Sie als erstes von diesen , in der Platzierung gelesen werden. Das interessiert den User aber gar nicht.




Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein Posting tatsächlich, eigentlich nicht wert gewesen wäre. Auf der anderen Seite jedoch ist es wie mit den Tests in Zeitschriften. Ich kann Ihnen Arbeit abnehmen. Und es veranschaulicht wieder einmal, dass Leute die eine interessante Zielgruppe haben, nicht unbedingt in der Lage sind, diese ordentlich zu bewerben. Einfachste Dinge vom Design, Usability und Suchfunktionen werden ignoriert. Und das Schlimme daran ist ja, das man anscheinend der Meinung ist, das die geschaffenen Services auch noch gut sind. Das wird weder Unternehmen, noch Studenten begeistern.

 
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Der Artikel wurde geschrieben von:

Thorsten - hat 726 Artikel geschrieben auf blogaboutjob Jobs Karriere Recruiting Arbeit.

Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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3 Kommentare dazu:

  1. Karrierebibel sagt dazu:

    Das ist ja gräußlich! Höchsttrafe für die Macher!!!

  2. Jan sagt dazu:

    Die Ergebnisse sind wirklich nicht berauschend:

    Vergleicht man Stellenangebote für Absolventen (nur in Düsseldorf):

    Anmerkung von Thorsten: Ich musste leider die Links entfernen, die Jan gesetzt hat. Er hat aber die Ergebnisse denen, von Trovit, einer Jobsuchmaschine entgegengesetzt.

    Aber aller Anfang ist schwer.

  3. Thorsten sagt dazu:

    @Jan: klar ist er schwer. Aber alleine schaffe ich Dir am Telefon in einer Woche über 100 Praktikumsstellen für eine Füllung ran, wenn die Schaltung kostenlos ist. Das ist für mich einfach die Denke, ich mach jetzt mal ein Jobboard und dann ruft der Kunde schon an.

    Übrigens, Deine Links werde ich in zwei Tagen entfernen müssen. Alleine deswegen, da die nur temporär sind und ich keine Lust auf Nirwanalinks für Suchmaschinen habe.

    Nur aber soviel dazu. Du hast einen Link eingetragen, der auf ein Suchergebnis von Trovit, mit den Suchworten: “absolventen düsseldorf” verweist. Alle Trefferergebnisse sind aber von StepStone. Vom ersten bis zum letzten. Das ist für mich, sorry, aber ein mehr als Bescheidenes Ergebnis und zeigt mir nur die mangelhafte Ausrichtung und/oder Arbeit mit minderwertigen Suchmechanismen. Da gehe ich als Suchender nur einmal drauf und kann doch dann direkt zu StepStone surfen. Wo ist der Sinn????

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