Deutsche Fach- und Führungskräfte in der Schweiz nicht willkommen

Do, Okt 2, 2008

Job, Karriere & Recruiting

Avenier Suisse ist eine Denkfabrik, die 1999 von 14 Unternehmen gegründet wurde. Dazu zählen auch McKinsey, Hoffman-La Roche, Nestlé, Novartis und die Sulzer AG. Man führt Projekte durch um die gesellschafts- und wirtschaftspolitische Entwicklung der Schweiz zu untersuchen und letztendlich zu förden. Dazu erscheinen immer wieder entsprechende Publikationen. Aktuell ist das Buch “Die neue Zuwanderung” erschienen und stösst mal wieder die Debatte um die Zuwanderung in der Schweiz an.

Über ein Viertel der Menschen sind Zugewandert

Vor allem auch für uns Deutsche, hat sich die Schweiz immer stärker zu einem attraktiven Land in Sachen Karriere entwickelt. Was viele dabei nicht wissen, die Schweiz hat mit rund 26% Zuwanderung, eine höhere Rate als die klassischen Einwanderungsländer USA und Kanada. Und gerade mit uns Deutschen scheint man sich nun vermehrt schwer zu tun. Der Grund: Aus Deutschland wandern immer mehr Fach- und Führungskräfte in die Schweiz und übernehmen dort entsprechende Positionen in den Schweizer Unternehmen. Rund 58 Prozent der Einwanderer besitzen einen Hochschulabschluss. Und 60 Prozent der Führungskräfte von börsennotierten Schweizer Firmen stammen aus dem Ausland. Und dass die Topjobs eben oftmals durch Ausländer besetzt werden ist neu und scheint einige Schweizer sehr zu stören und weckt die Angst um den Verlust des eigenen sozialen Status.

Deutsche Laien in Sachen Integration?

Wie es aussieht, wirft man uns Deutschen allgemein auch mangelnden Sinn zur Integration vor. Interessant, wenn man die umgekehrten Debatten hier in Deutschland im Bezug auf Integrationswillen und Möglichkeiten für ausländische Mitbürger betrachtet. Am Willen der Deutschen scheint es nicht zu hapern, jedoch am Verständnis. Abhilfe sollen sogenannte Integrationskurse für Deutsche schaffen, wie zum Beispiel die der Integrationsförderung der Stadt Zürich. So rät man, dass man Schwizerdütsch nicht sprechen können muss, aber verstehen sollte. Die Presse greift das Thema natürlich entsprechend auf und wer mal nachlesen möchte wie man über uns Deutsche Zuwanderer so denkt, kann das mal gerne hier tun.

Auch Schweizer können böse werden, nur netter

Deutsche Fach- und Führungskräfte die eine Karriere in der Schweiz anstreben oder Unternehmen die auch in der Schweiz agieren, sollten diese Bedenken nicht leichtfertig abtun. Eher ist hier eine gute Vorbereitung angebracht. Übrigens, ein großes Mißverständnis zwischen Deutschen und Schweizern scheint das fehlende deutsche Verständnis bei der Unterscheidung zwischen höflich und freundlich zu sein. Wenn ein Schweizer Dich höflich bittet kann dies gleichzeitig eine unfreundliche Aufforderung sein. Wie dem auch sei, die Schweizer hegen anscheinend wesentlich mehr Vorurteile gegen uns, als wir gegen die Schweizer. Aber vielleicht wäre das auch anders, wenn sie wenigstens Fussball spielen könnten ;-)

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Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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7 Kommentare dazu:

  1. Sascha sagt dazu:

    Heidi ist nicht lieb

    Du ziehst in die Schweiz? Ohhh! Der Blick verklärt, zieht an meinem deutschen Gegenüber die Klischeeschweiz vorbei: kitschig kolorierte Bergwelten, ein sich den Rauschebart kraulender Alm-Öhi, rollende Käselaibe, rot-weiss wehende Fahnen, so rein, als wäre schon damals der Gedanke an die Merchandising-Vermarktung existent gewesen, ein Nummernkonto, auf dem bereits das Begrüssungsgeld in Höhe von einer Million Franken wartet … untermalt werden die Traumsequenzen mit Gittis und Erikas Heidi-Lied.
    Herzig, gell? Ist es nicht drollig, das kleine Bergvolk? Und die Sprache! Putzig! Einfach an jedes Wort ein „li“ dranhängen und fertig. Ist doch ganz einfach.

    Und dieses schöne Heidiland, in dem so viele unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, in dem selbst demokratisch in den Kantonen über die Farbe von Autobahnbelägen abgestimmt wird – dieses Land steht doch förmlich für Toleranz, Offenheit, Kosmopolitismus.

    Aber Heidi hat zwei Gesichter. Der Blick auf den Deutschen aus ihren grossen Kulleraugen ist trügerisch – ihr Demokratieverständnis und ihre perfekt inszenierte Weltoffenheit sind illusorisch, ein oft nicht gelebter Wunschgedanke. Heidi möchte die Welt verändern – aber dabei die Alm nicht verlassen! Fremdes und Fremde wirken auf sie unbehaglich, beim Wort Veränderung zieht sie ein essigsaures Gesicht. Sollen sich doch die anderen anpassen. Ganz einfach.

    Sie bewacht ihre Minoritätensprache Schweizerdeutsch wie einen Schatz. Die Angst,
    der Dütsche könne sie ihrer kulturellen Herkunft berauben ist gross. In Englisch verfassten Stellenanzeigen inserieren schweizer Unternehmen inzwischen selbst in Käseblättern
    – aber ein verständliches Hochdeutsch? Das ist dann doch zu viel verlangt. Auf diese unverschämte Forderung kann nur der Deutsche kommen. Dabei wird gerne vergessen, dass auch in deutschen Jobs, neben gutem Englisch, Hochdeutsch verlangt wird – ein Meeting selten im tiefsten Bayerisch stattfindet.

    Die Welt ist eben nicht gerecht. Und sie dreht sich eben nicht permanent um den Schweizer. Selbst die Dütschen mussten akzeptieren, dass Englisch Weltsprache wurde, nicht Deutsch. Und wer nicht gerade Schafe im Alpthal züchtet, sondern vor der Globalisierung nicht die Augen verschliesst, sollte sich am Puls der Zeit orientieren. Alle gönnen dem Schweizer sein charmantes „chhhhhhh“. Aber auch wenn es dem Schweizer sehr weh tut: ein gescheites Hochdeutsch zu sprechen schadet auch ihm beruflich nicht!

    Grüne Haare machen eben noch keinen Punker! Sich als weltoffen zu verkaufen ist die eine Seite, so zu leben die andere. Das „Produktversprechen“ stimmt noch nicht. Solange ernsthaft darüber diskutiert wird, ob ein blondes Moderatorenbunny wieder in die deutsche Heimat abgeschoben werden soll, weil sie in ihrer Sendung Hochdeutsch spricht, solange seriöse Zeitungen über Benimmkurse für Deutsche schreiben, als hätten die Schweizer das Besteck erfunden, solange muss sich in den Köpfen noch so einiges verändern. Ein schweizer Politiker formulierte schon damals treffend: “Die Deutschen und die Schweizer stehen sich sehr nahe; sie sind nur durch die totale Verschiedenheit der Sprache getrennt!“

  2. Markus sagt dazu:

    Nun gut wenn die Schweiz uns nicht möchte auch Gut, Ich bin bereits dabei mich wieder in Deutscland zu bewerben das brauch ich nicht – erst mich / oder uns Deutsche ins Land holen – Locken da die Schweiz nicht so gute Fachkräfte hat und dann behupten das wir uns hier Einschleichen. …
    - Aber dann können Wir auch die Grenze zu Deutschland zu machen und den In & Export in die Schweiz gleich auch Stoppen (das sind ca. 1. Miliarden nur an Güter… die Schweizer Bauern hätten dann Probleme zu Ihren Ackern in Grenz-nähe auf Deutscher seite zu kommen usw. zusätzlich die ganzen Schweizer Studenden & auch Arbeiter in Deutschland zurück Schicken… Weil ja die Ausbildung in der Schweiz ja viel besser Ist ???? – Warum kommt Ihr Schweizer dann zu Uns…!!!

  3. Pulga sagt dazu:

    Neulich traf ich einen Freund, Secondo, der bei der kantonalen Arbeitsvermittlung arbeitet. Er meinte, er habe gerade viel zu tun weil es viele offene Stellen gibt. Im Spass riet ich ihm keine deutschen einzustellen, wegen der Bankdatenaffaire. Dieser entgegnete, das sei kein Witz: kleinere Handwerker würden diese Einschränkung erwähnen mit der Begründung “wenn die (Deutschen) blöd tun, können wir das auch”.
    Komisch, nach der lichtensteiner CD gabs keine Diskussion. Man könnte ja alle Deutschen ausweisen, dazu alles was elektrisch oder über einen Verbrennungsmotor betrieben wird. Handelsbeziehungen abbrechen. Mauer bauen. Swiss Air zurückgeben. Kamprad ausbürgern, Schuhmacher, Liebherr, Kühne & Nagel ….. Ach Herr jeh. Gut, dass ich vor 2 Monaten nicht in Haiti war und keine grösseren Probleme habe. Gut, dass meine Familie gesund ist und ich nur das komplexgesteuerte Gejammer meine schweizer “Kollegen” anhören muss. Ich kann Euch nur sagen: es ist überall gleich beschissen und wenn ich keine Probleme habe, kann ich ja immer noch Streit mit meinem Nachbarn anfangen.

  4. Thorsten sagt dazu:

    Hi Pulga. Recht hast du. Dieses Gejammer auf hohem Niveau ist witzigerweise etwas, was die Schweizer und die Deutschen gemeinsam haben. Anstatt mal gemeinsam echte Probleme anzufassen.

  5. Alfred sagt dazu:

    Ihr Deutsche habt doch alle Recht.Wir Schweizer sind doch alle blöder als blöd und dümmer als dumm.Wir sind nichts,wir können nichts,wir können nichts gscheites kochen,unser Wein ist Essig,unser Bier ist Jauche,die Luft stinkt,vom Wasser redem wir schon gar nicht,darum müssen wir euch Deutsche haben,vor allem in den Krankenhäusern,den unsere Aerzte sind nichts und bleiben nichts.Seit ihr da seit ist alles viel viel besser.Eine Deutsche Frau sagte mir einmal:Kein Schweizer kann Hochteutsch sprechen und Hochmütig sind sie alle.Als ich einmal einem jungen Deutschen unsere Geburtsstätte am Vierwaldstättersee zeigte wurde er Fuchsteufelswild.Na ja eure braunen Freunde im zweiten Weltkrieg haben halt einen Fehler gemacht als sie gesungen haben:Und die Schweiz das Stachelschwein,nehmen wir auf dem Heimweg ein.Das hätten sie am Anfang machen müssen,dann hättet ihr uns Jdioten los

  6. schmollgrimm sagt dazu:

    @ Alfred
    werden wir Deutsche von euch wirklich so empfunden oder äußern wir ähnliches euch gegenüber? Das schockiert mich. Ich komme vom Bodensee und für mich sind wir alle EIN Volk Deutsche, Niederländer, Schweden, Schweizer, Österreicher, Sudeten, Südtiroler, Elsäser und die anderen “deutschsprachigen” die ich vergessen habe. Ich habe keine vorurteile oder abneigung gegen eines dieser Länder oder Bezirke und auch niemand in meinem Umfeld, diese ganzen Vorwürfe die sie da aufgezählt haben stelle ich mir eher noch als Vorurteile eines Amis vor. Ich habe mich niemals schlecht über die Schweiz oder Österreich geäußert, eher im Gegenteil. Selbst in sachen Fußball war es eher Positiv, an dieser Stelle nochmals danke Schweiz!! Ich bin traurig und überrascht das Schweizer schlecht über Deutsche denken, vor allem da ich nach meinem Studium Deutschland verlassen will, da wir Islamisiert werden, keine Meinungsfreiheit haben, keinen Stolz haben, die Bürger nur noch neidisch sind, alles sozialistisch wird, und die Menschen ihr eigenes Land hassen. Wenn ich einst auswandere werde ich mich auch so gut ich kann anpassen und NICHT dafür arbeiten dass sich das Land mir anpasst ich werde auch dessen Produkte bevorzugen aber vor allem deutsche Produkte boykotieren. LG

  7. kathleen sagt dazu:

    also ich bin auch gerade sehr überrascht,über die bösen worte.ich überlege auch in die schweiz zu gehen und der schritt ist bestimmt nicht einfach und ich würde es nicht tun,wenn perspektivisch alles im lot wäre.ich habe mich für die schweiz entschieden,weil ich immer schweizer als gäste hatte und die immer sehr freundlich und nett waren.ich denke,dass keiner gerne sein land verlässt,aber wenn es eben sein muss,dann sollte man das tun.aber wenn ich schon den schweren schritt gehen muss und dann noch auf ablehnung stosse,nur weil ich arbeiten will überlege ich echt doch nochmal.schade eigentlich,ich dachte man müsse nur eine hürde nehmen.

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  1. Schweizer sollen in Deutschland arbeiten | Arbeitsagentur, job, Schweiz | blogaboutjob Jobs Karriere Recruiting Arbeit sagt dazu:

    [...] schenken darf, eine großer Anteil der Schweizer Bevölkerung. Ich habe ja selber schon mehrmals darüber berichtet. Es geht aber auch anders. Die Schweizer stehen Schlange um in Deutschland einen Job zu [...]

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