Totaljobs ist in England die Nummer 1 der Job Boards und hatte mit Totaljobs Niederlande, einen erfolgreichen Start auf dem europäischen Festland hingelegt. Nun sollte Deutschland aufgemischt werden. Ich habe über die Vorbereitungen zum Start schon im Juni berichtet. Mit einem guten Team, einer guten und vor allem funktionierenden Suche und hohem, am Kunden orientierten Service, sollten sich die Kunden für eine Zusammenarbeit entscheiden.
In den letzten Monaten wurde die deutsche Plattform fertig gestellt, das Marketing vorbereitet und vor allem Kunden für die Idee gewonnen. Sind doch viele Unternehmen an einer echten Alternative zu bestehenden Stellenbörsen interessiert. Die zunächst kostenlosen Anzeigen von Top Unternehmen sollte den Besuchern die gesuchten Jobs bieten. Den Markteintritt wollte man sich, nach meiner Info, immerhin rund 5 Millionen Euro kosten lassen. Also mit großem Marketing den Markt betreten.
Nun kommt alles etwas anders. Die Investoren von Totaljobs haben ihr Geld zurückgezogen. Als Grund wurde die momentane Finanzkrise genannt. Laut der Geschäftsführung, möchte man sich aber trotz dieser Entscheidung der drei englischen Investoren, nicht wieder aus dem Markt zurückziehen. Allerdings fällt damit der Markteintritt natürlich entsprechend still und zurückhaltend aus. In einer internen Mitteilung heißt es dann auch:
In the current economic environment it is not the time to undertake a full launch . We will make a slow entry in the market at the end of 2008 with the high quality product that has been developed in last few months. There will be no major marketing investment and we will offer a selection of companies to post their jobs for free in 2009. This will allow us to perfect our product until the market conditions improve. This will then allow for full investment into a product that will provide excellent matching and high quality applications.
Für die deutsche Mannschaft heißt dies allerdings auch Abschied nehmen. Angeblich bleiben lediglich 2 Mitarbeiter übrig, die sich um Marketing und Sales kümmern werden. Das Backoffice unsw. wird wohl aus den Niederlanden und U.K. betrieben. Das wird sicherlich auch funktionieren, da im Gegensatz zu den anderen großen Stellenbörsen hier schon länger ein Automatismus für die Anzeigenverschlagwortung und Auswertung genutzt wird. Dazu braucht man kein Personal. Das Marketing wird sich wohl eher nur auf das SEO und SEM konzentrieren müssen um den Service bekannt zu machen.
Ich verstehe die Entscheidung ehrlich gesagt nicht. 5 Millionen sind für solche Private Equity Firmen die mit Reed Milliardenbeträge bewegen, eher ein kleines Geld. Aus Gründen der Finanzkrise hört sich für mich nach Kurzschlusshandlung an, bedenkt man, das alles fertig ist und man einfach starten kann. Erfahrenes Personal, das funktionierende Board und bekannte Unternehmen als Kunden, die die verschiedenen Branchen widerspiegeln. Alles vorhanden.
Gerade in Zeiten des Abschwungs, bietet sich für Neueinsteiger die Möglichkeit Marktanteile zu bekommen. Vor allem wenn man bei den Kunden durch Service punkten kann und eine sehr gute Suche für die Bewerber geboten wird. Erst wieder einzusteigen wenn die Wirtschaft wieder anzieht, wird die Investoren dann mehr kosten als die 5 Millionen, die sie jetzt ausgegeben hätten. Unternehmen und der Markt im allgemeinen, vergisst so etwas nicht. Was ist das? Zu kurzfristige Denke bei Investitionen und ROI? Und/oder keine Ahnung vom europäischen und speziell, deutschen Recruitingmarkt?
Bei einem Telefonat mit dem ausscheidenden Director Sales, Francisco Ferrando Ramirez, sagte mir dieser, dass er unglaublich stolz auf seine Leute sei, die die Vorgaben übererfüllt und in einer kürzeren Zeit als gefordert, geleistet haben. Das Totaljobs tatsächlich anders handelt als andere Stellenbörsen, zeigt sich aber auch in dieser Situation. Nach Mitarbeiterangaben hat man sogar den Angestellten in der Probezeit, die Kündigung finanziell entschädigt und wohl großzügige Regelungen getroffen. Also kein Hire and Fire Mentalität. Das spricht für das Unternehmen.





























November 4th, 2008 at 18:07
Spannend ist, das wir von einem Kandidaten gehört haben, dass er das 1. meeting dort hatte und dann genau diese Aussagen getroffen wurden, bevor er das 2. entscheidende meeting haben sollte :-) naja, er wird auch bei uns fündig!
November 18th, 2008 at 13:01
Wahrlich! Das war und ist kein Start unter besten Vorraussetzungen. Und ich spreche hier direkt von der Basis als einer der beiden \Zurückgebliebenen\. Dennoch treten wir, in diesem Fall ich, in den direkten Dialog mit unseren Kunden (/ Nutzern). Einige unserer Kunden hat dieses \divestment\ zutiefst verunsichert und man hat sich entschlossen vorerst vom Spielfeldrand aus zu beobachten wie wir uns entwickeln. Direkte Absagen für eine Zusammenarbeit kam von den wenigsten.. Auch wir haben diese Entscheidung mit Argwohn betrachtet und über Sinn und Zweck diskutiert. Das in solchen Zeiten Investoren eher \kalte Füße\ bekommen ist fast verständlich und bei weitem auch kein Einzelfall. Dennoch: Der Markteintritt wird mit einer Vielzahl von Kunden weiter angetrieben. Denn: Wir können noch immer auf eine technologisch ausgereifte Plattform zurückgreifen und da die Akquisition weitestgehend \gestoppt\ wurde, haben wir die Möglichkeit unseren exklusiven Kundenstamm professionell zu managen. Erinnert mich ein wenig an meine freiberufliche Tätigkeit. Mir ist es \fast\ recht, dass wir nun nicht mehr auf Offline-Marketingkampagnen zurückgreifen können. So haben wir die Chance \andere Wege\ zu begehen und alle Möglichkeiten des Web 2.0 auszuschöpfen. Sich strategisch auf \sein Medium\ zu konzentrieren bietet genügend Raum für \Neues\ (oder Neues-Altes) und fokkusiert auf das Wesentliche. Ich bin sehr gespannt wohin diese Reise geht und würde mich über regen Austausch freuen. Es lebe der \Dialog\.