Wie ich schon prophezeit habe, wird die Sache nun langsam ernst auf dem Arbeitsmarkt. Und die ersten die es trifft sind die Zeitarbeiter. Meine Einschätzungen in der Vergangenheit kann man hier und hier nachlesen. Aus diesem Grunde habe ich in der letzten Woche ein paar Telefonate geführt, um mich bei den Unternehmen direkt zu erkundigen.
Auch Adecco wird abbauen müssen
Mit der Pressesprecherin von Adecco, Frau Tanja Siegmund, hatte ich nettes Telefonat. Ich fragte sie nach dem Stand der Dinge bei Adecco, dem immerhin größten Zeitarbeitsunternehmen mit rund 20.000 Mitarbeitern alleine in Deutschland. Demnach hält sich die Nachfrage nach Arbeitskräften natürlich in Grenzen und gerade die Automobilhersteller sind es, die nun durch Produktionsstops für weniger Aufträge sorgen werden.
Einen gewissen Puffer hat man bei Adecco durch die Arbeitszeitkonten. Werden die zunächst abgebaut, bedeutet dies ein Aufschub von 5 Wochen. Danach strebt das Unternehmen Folgeperspektiven für die betroffenen Mitarbeiter an. Aber Frau Siegmund sagte auch, das dies Aufgrund der oftmals niedrigen Flexibilität der Mitarbeiter nicht so einfach ist. Selbst wenn der Markt die Arbeitsplätze hergeben würde. Aus diesem Grunde schließt man Kündigungen nicht aus.
Die Mitteldeutsche Zeitung zitiert den Geschäftsführer von Manpower, Thomas Reitz mit den Worten:
Noch vor drei Monaten hatten wir 5000 (Zeitarbeiter), jetzt sind es nur noch rund 2000
Am Donnerstag letzter Woche wurde bekannt, dass alleine im BMW Werk in Leipzig 700 Leiharbeitnehmern durch Ihre jeweiligen Zeitarbeitsunternehmen, zum Monatsende gekündigt wurde.
Die Agenturen spüren es auch
Ebenso habe ich mit ein paar Agenturen gesprochen, die für Ihre Kunden Print- und Online Anzeigen schalten. Auch hier ist seit September ein starker Rückgang zu verspüren. 3 Agenturen sagten mir, das man im September noch einen einstelligen Prozentsatz in Sachen Rückgang zu verzeichnen hatte, aber Oktober schon im zweistelligen Bereich lag.
Alle warten ab
Keiner weiß so recht was passieren wird. Verkündeten die einen schon zum dritten mal, dass die Krise überstanden wäre, spricht der IWF von einer globalen Rezession im nächsten Jahr. Also warten alle erst einmal ab, was passiert.
Die Zukunft der Stellenbörsen
Man wird sich warm anziehen müssen und wer genug Speck in der Kammer hat, kann sich freuen. Denn Krisen bedeuten auch Chancen um Terrain wett zu machen. Sprich Marktanteile durch flexible Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. Aber auch hier werden eigene Überkapazitäten beim Personal abgebaut werden. Laut meinen Infos ist das auch schon der Fall.
Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?
Bundesarbeitsminister Scholz war offiziell bis Ende letzter Woche immer noch voller Überzeugung, dass der deutsche Arbeitmarkt stark genug sei, um 2009 gerademal zu stagnieren. Dies betonte er auf jeden Fall in allen Medien. Intern rotiert er aber in seiner Behörde und rüstet die Arbeitsagentur auf. Mit mehr Vermittlern, Weiterbildung und verlängerter Kurzarbeit will man den Anstieg der Arbeitslosenzahlen wenigstens so gut es geht abfedern. Sollte die Zahl der Arbeitslosen wieder stark steigen, würde die Arbeitsagentur nämlich in den kommenden Jahren anfangen, rote Zahlen zu schreiben.






























Dezember 15th, 2008 at 12:11
Also solche unmöglichen Machenschaften der Arbeitgeber, pünktlich an Weihnachten die Leute zu kündigen (ich selbst hatte meine auch so um die Zeit herum im Briefkasten) ist echt einen Beitrag für den Mobbing-Gegner wert. Ich sehe die Erwerbslosenzahlen im kommenden Jahr auch noch weiter klettern. Aber muss es ausgerechnet an Weihnachten sein, dass man gekündigt wird?
Alles Gute allen Betroffenen
Heike