Wer denkt nicht schon mal ans Auswandern? Gerade wir Deutschen schauen ja gerne mal nach einem neuen Job in der Ferne. Gerade Spanien, als liebstes Urlaubsland, bietet sich doch zum Arbeiten an, oder? Sonne, Sonne und das Meer finden nicht nur die Rentner lebenswert. Und dank der Sendungen im TV zum Thema Auswandern, trägt sich so mancher mit dem Gedanken des Auswanderns.
Schlusslicht Europas
Spanien eignet sich natürlich wunderbar für einen Urlaub, aber die wenigsten wissen wie es denn überhaupt um Arbeitsmarkt und Chancen steht. Fakt ist, Spanien hat rund 46 Millionen Einwohner aber mit 12% (Stand Oktober/November 2008) die höchste Arbeitslosenquote von ganz Europa. Im Monat Oktober haben 200.000 Menschen ihre Jobs in Spanien verloren. Der Trend dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen.
Hoffnung auf Rückkehr in die Heimat
Vor kurzem hat der spanische Ministerpräsident versucht, einen Anreiz für Immigranten zu schaffen, damit diese das Land wieder verlassen. Spanien hatte Anfang des Jahrtausend noch recht wenig Immigranten. In den letzten Jahren ist deren Zahl allerdings auf über 5 Millionen gewachsen. Die größte Gruppe der Einwanderer bilden Rumänen und Marokkaner. Der Anreiz für für eine Rückkehr in deren Heimatländer, sollte die Auszahlung der Sozialversicherungsansprüche sein. Dumm nur, dass dieser finanzielle Anreiz nicht ausreicht, in der jeweiligen Heimat wieder neu zu beginnen. Nur wenige haben das Angebot genutzt.
Immobilienkrise auch ohne USA
2007 ist hier schon die Immobilienblase geplatzt. Allerdings eine hausgemachte. Es wurde so viel gebaut, dass Wohnraum bis zu 2 Jahren leerstand, bis es vermietet oder verkauft werden konnte. Nachdem die Kredite hier zusammenbrachen mussten Bauunternehmer Konkurs anmelden, Makler bekommen nichts mehr verkauft und für die Immobilienbesitzer stiegen die Belastungen. Nun kommt noch die amerikanische Immobilienkrise dazu, wo sich spanische Banken ebenfalls ordentlich verzettelt haben dürften.
Arbeitsmotor Automobilbau
Spanien ist der drittgrößte Automobilhersteller Europas. Noch. Die Autoverkäufe sind auf dem eigenen, spanischen Markt seit Januar 2008 um 24% gefallen. In den nächsten Wochen drohen rund 2000 Beschäftigte in dem Bereich ihren Job zu verlieren und ein Automobilhersteller droht sogar mit dem totalen Rückzug aus Spanien, sollte der Streit mit den Gewerkschaften nicht beigelegt werden.
Soziale Absicherung in Spanien
Spanien hat zwei Arten von Leistungsbezug bei Arbeitslosigkeit. Hat man in den letzten 6 Jahren mindestens 12 Monate in das Versicherungssystem eingezahlt, bekommt man Arbeitslosengeld (Prestaciones de Desempleo). Für die ersten 180 Tage gilt: 70 Prozent der Berechnungsgrundlage; danach 60 Prozent der Berechnungsgrundlage. Als Berechnungsgrundlage dient das durchschnittliche beitragspflichtige Einkommen der letzten sechs Monate. Wenn Kinder im Haushalt sind, gibt es Zulagen.
Danach, oder wenn man nicht eingezahlt hat, gibt es die Arbeitslosenhilfe. (Subsidio por Desempleo) Die Höhe beträgt 75% des jeweiligen Mindestlohnes, der Momentan bei Euro 425,- liegt. Auch hier wird für Kinder und Angehörige im Haushalt entsprechend mehr ausgezahlt. Dennoch, ein schmales Geld.
Fazit
Spanien ist ein wundervolles Land und ich liebe Sprache, Land und Leute. Aber man sollte sich sehr gut überlegen, ob man im Moment eine berufliche Zukunft in Spanien anstreben sollte oder es lieber als Tourist besucht. In dem Sinne, hasta luego amigos






























November 22nd, 2008 at 23:09
Ich würde mich gerne mit Euch verlinken
November 22nd, 2008 at 23:10
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