Neue Stellenbörse Talential

Mo, Nov 17, 2008

Stellenbörsen & Networks

“Ziel ist es, den etablierten Bewerbungsprozess umzudrehen”…na, den Satz kennen wir doch schon von yourcha und etlichen anderen. StudiVZ glaubt sogar das selbige erfunden zu haben:

…mit Hilfe dieses neuartigen, den Bewerbungsprozess auf den Kopf stellenden Verfahrens geeignete Mitarbeiter und Praktikanten zu finden.

Man sollte den Startups und Produktentwicklern vielleicht mal langsam sagen, das dieses System fast so alt ist wie die Stellenbörsen selber, nämlich mittlerweile 12 Jahre. Nix ist mit neuem Verfahren. Talential ist nun eine weitere Stellenbörse die wieder einmal das Rad neu..sorry…den Bewerbungsprozess umzudrehen versucht.

Screenshot von Talential.de

Grob zusammengefasst sollen Bewerber ihren Lebenslauf in der Datenbank hinterlegen und Unternehmen sich dann bei den geeigneten Kandidaten bewerben. Das Besondere an dieser Stellenbörse: die Bewerber müssen:

mindestens 3 Jahre Berufserfahrung mitbringen, mindestens Euro 60.000,- / Jahr verdienen und nachgewiesene Expertise beziehungsweise ausgeprägtes Managementpotenzial besitzen

sagt zumindest der Geschäftsführer von Talential, Herr Florian Schreckenbach, der nach seinem Studium, knapp 3 Jahre  als Consultant bei Capgemini war. Fürwahr ein hoher Anspruch der Exklusivität der hier garantiert werden soll. Um sich überhaupt in die Stellengesuchedatenbank eintragen zu können, muss man sich zunächst einen Zugangscode beschaffen. Ohne den, kein Zutritt. Dazu muss man sich mit seinem Lebenslauf bei Talential bewerben.

Hat man es dann in den Kreis der erlauchten 60.000er geschafft, soll man getrost den Unternehmen die Ansprache überlassen. In der Beschreibung klingt das dann so:

Unternehmen bewerben sich bei Ihnen und unterbreiten Ihnen Karriereangebote

Ersparen Sie sich einen langwierigen und komplizierten Bewerbungsprozess

Kommunizieren Sie mit Unternehmen auf Augenhöhe

Erhalten Sie eine angemessene Rolle im Recruiting-Prozess

Talential stellt sich das Prozedere so vor, dass bei einem passenden CV, ein Angebot an den Bewerber gesendet wird. Dieser kann dieses Angebot ablehnen und anonym bleiben, oder aber annehmen und – man höre und staune – sofort ein Interview vereinbaren. Sollte es zu einer Vertragsunterzeichnung kommen, gibt es sogar einen finanziellen Bonus von Talential. Die Unternehmen zahlen also wie bei einer Personalberatung an Talential, nur eben ohne Personalberatung, weil den Job haben sie ja selbst erledigt, und der Bewerber bekommt dafür eine Provision für die eigene Vermittlung. Also eine Mischung zwischen Experteer und Jobleads.

Aber die Jungs von Taletial können das aber selber bestimmt besser erklären wie sie sich so sehen. So steht dann auf der Talential Website:

Als innovationsgetriebenes Unternehmen lassen wir uns von den neuesten Entwicklungen und Erkenntnissen in Management, Psychologie, Anthropologie und Technologie inspirieren. Unser Ziel ist es, Talential durch herausragenden Service und ständige Innovation als den Online Service Provider im Human Resources Markt zu etablieren.

Na dann, viel Glück dabei.

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- hat 800 Artikel geschrieben auf blogaboutjob Jobs Karriere Recruiting Arbeit.

Ich heiße Thorsten zur Jacobsmühlen bin freier Recruiting Stratege, Social Media und HR-SEO Evangelist, Autor und Blogger. Ich berate Unternehmen im strategischen Aufbau modernster Methoden im Recruiting. Seit über 10 Jahren im e-Recruiting tätig und seit 1994 im Web.Weitere Infos über die Autorenseite

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3 Kommentare dazu:

  1. Pascal sagt dazu:

    Hallo Thorsten,
    was man glaube ich nicht vergessen sollte ist, dass sich die Stellenbörsen in den 12 Jahren nicht wirklich getraut haben voll auf das Datenbank Modell zu setzen.
    Ich finde es gut, dass immer mehr Firmen den Prozess umkehren wollen und sich das auf die Fahnen schreiben. Nur neu ist das jetzt tatsächlich nicht mehr.
    Viele Grüße,
    Pascal

  2. Manuel sagt dazu:

    Hallo Thorsten,

    danke, dass Du Dir unsere Seite angeschaut hast. Du hast absolut recht, den Recruiting-Prozess umdrehen ist keineswegs neu.

    Unserer Meinung nach reicht es aber nicht, den Recruiting-Prozess einfach nur umzudrehen. Wer sich bei wem bewerben soll ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Auf Märkten wo es (tendenziell) mehr Stellen als Kandidaten gibt, ist es sinnvoll, dass sich die Unternehmen bei den Kandidaten bewerben. Aufgrund des Fach- und Führungskräftemangels ist der Markt der Professionals sehr interessant. Diese werden klassischerweise von Headhuntern gefunden. Wir glauben, dass wir diesen Markt für alle Beteiligten noch effektiver gestalten können.

    Viele Grüße,

    Manuel (von Talential.com)

  3. Thorsten sagt dazu:

    Hallo Pascal und Manuel,

    ich muss Euch ganz ehrlich sagen, dass ich komplett anderer Meinung bin. Stellengesuchedatenbanken sind ein Ad-on-Geschäft für die Stellenbörsen und einer von vielen Zusatzwegen im Recruiting. Das grundsätzliche Problem: Dort sind ebenfalls nur aktiv oder passiv Suchende vertreten.

    Gerade der Fach- und Führungskräftebereich entspricht längst nicht mehr ausreichend dieser Gruppe der Bewerber, sondern ist eher im schwierigsten Markt zu finden. Den latent Suchenden.

    Der Arbeitsmarkt ist im Wandel und Headhunter/Personalberater stehen meiner Meinung nach, mittelfristig auf der roten Liste der aussterbenden Arten. Jedenfalls wenn diese so arbeiten wie bisher.

    Nochmals. Im passiven und aktiven Bewerbermarkt bewegen sich zu meist die Fach- und Führungskräfte der zweiten Reihe. Topkräfte bekommt man so schon lange nicht mehr. Das beweist auch die Entwicklung anderer Services, die auf Stellengesuchedatenbanken setzen. Das Konzept setzt sich nicht durch. Für die Nutzung mehrerer solcher Angebote – und das ist nötig will man etwas erreichen – ist zu zeitaufwendig für die suchenden Unternehmen.

    Für mich führt der Weg woanders hin.

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