Es ist vollbracht. Die bisher größte Studie zum Einsatz von Social Media im deutschsprachigen Personalwesen ist fertig zum kostenlosen download. Darin steht, ob und wie die Unternehmen Social Media im Personalwesen nutzen, ob Bewerber gegoogelt werden und was die Personaler in diesem Jahr so alles planen. Und das ist längst nicht alles. Insgesamt 32 Seiten stark ist die Studie geworden und mit 651 gewerteten Stimmen, die größte zu diesem Thema in der Personalbranche des deutschsprachigen Raumes.
Am Donnerstag den 18.02 habe ich die Studie gemeinsam mit meinen Kooperationspartnern StepStone Solutions, HRM.de / HRM-Austria.at und dem Fachmagazin personal manager vorgestellt. Dazu habe ich Personaler nach Overath in den Kulturbahnhof vor den Toren Kölns eingeladen. Gekommen sind 76, denen nicht nur die Studie präsentiert wurde. Es gab zusätzlich noch zwei Vorträge. Einen von Thorsten Rusch zum Thema Marketing und einer von Dr.Manfred Böcker zum Einsatz von PR in der Personalarbeit. Beides natürlich im Bezug auf Social Media.

Thema ist angekommen
Die Studie sollte ermitteln, wie 2009 mit dem Thema Social Media umgegangen wurde und wie man das in 2010 zu tun gedenkt. Die Studienteilnehmer bekamen je nach Antwort verschieden Zusatzfragen gestellt, um die Handlungsweise, deren Gründe und natürlich das Ergebnis zu hinterfragen. Auf jeden Fall zeigt die Studie, dass das Thema Social Media in der Personalarbeit angekommen ist.
Hier nun ein Teilauszug aus der Studie. Wer mehr wissen möchte, sollte die Studie downloaden.
Nur knapp die Hälfte der Firmen erlauben Mitarbeitern freien Zugang zu Social-Media-Diensten
45 Prozent der deutschen und 48 Prozent der Unternehmen in Österreich erlauben die Nutzung von Social-Media-Diensten ohne jegliche Auflagen. Lediglich 6 Prozent in DE und 11Prozent in AT sperren den Zugang komplett vom Arbeitsplatz. Weitere 18 Prozent bzw. 19Prozent sperren den Zugang für bestimmte Social-Media-Dienste. Die restlichen Unternehmen in Deutschland, erlauben zu 17 Prozent den zeitlich befristeten Zugang, wie in Mittagspausen. In Österreich sind dies 11 Prozent.

Jedes 10. Unternehmen wird Social Media nicht einsetzen
39 Prozent der deutschen Personaler gaben an, dass dort schon mittels Social Media rekrutiert wird oder man es für das Personalmarketing nutzt. In Österreich waren es 37 Prozent . Allerdings liegt hier der Anteil der Unternehmen, die zukünftig Social Media einsetzen wollen, höher als in Deutschland. In beiden Ländern sind es jeweils noch immer 24 Prozent die sich nicht sicher sind ob sie es einsetzen werden, oder nicht.

Die meisten arbeiten ohne Richtlinie
Keinerlei Richtlinie zur Nutzung von Social Media haben 64 Prozent der deutschen und 66 Prozent der österreichischen Firmen. Immerhin ist der Anteil der Unternehmen die eine Policy besitzen, mit 18 Prozent in beiden Ländern gleich hoch. Weitere 11 Prozent in Deutschland und 9 Prozent in Österreich arbeiteten gerade im Zeitraum der Befragung an einer solchen Richtlinie.
Die Mehrheit der Unternehmen googeln Bewerber
In 59 Prozent der deutschen Unternehmen werden Bewerber gegoogelt. In Österreich sind es 54 Prozent die mehr über die online Reputation der Bewerber in Erfahrung bringen wollen. Der eigene Ruf des Unternehmens wird dagegen selten kontrolliert. Nur 18 Prozent in Deutschland und 17 Prozent in Österreich betreiben ein Monitoring um regelmäßig zu überprüfen was über das Unternehmen im Internet geschrieben wird. Gar keine Kontrolle des Firmenrufes findet bei 32 Prozent der deutschen und 35 Prozent der österreichischen Unternehmen statt.

Wegen schlechter Reputation nicht eingestellt
Meistens wird der Ruf von Bewerbern für das Management und Fachkräfte in der Verwaltung, Vertrieb, Marketing und Entwicklung überprüft. Aber auch bei den IT Fachkräften schauen die Unternehmen in beiden Ländern gerne genauer hin. Und selbst Absolventen und Praktikanten müssen ebenso wie angehende Azubis mit einem Scan ihrer online Vita rechnen. Die HR Manager schauen, wenn auch hier am wenigsten, auch bei gewerblichen Mitarbeitern schon mal, was man über diese im Web findet. Bei den Unternehmen aus Deutschland haben 38, in Österreich 8, schon einmal einen Bewerber aufgrund seiner online Reputation nicht eingestellt.
XING ist der Liebling der Personaler
XING ist der Liebling der Personaler. Die Mehrheit (82 Prozent) der deutschen und (74 Prozent) der österreichischen Personaler besitzen ein eigenes Profil bei XING. Gefolgt von Facebook, wo sich 43 Prozent der Personalisten aus Deutschland und 52 Prozent aus Österreich tummeln. LinkedIn kann im deutschsprachigen Raum ebenfalls gut punkten. Immerhin sind hier Personaler zu 30 Prozent (aus DE) und zu 21 Prozent (aus AT) Besitzer eines Profils. Was Twitter angeht, scheinen HR Manager zaghafter zu sein. Aber immerhin nutzen hierzulande 18 Prozent schon einen eigenen Twitteraccount. In Österreich sind es immerhin 13 Prozent. Dies liegt ungefähr auf dem Niveau von StudiVZ. Denn dort haben immerhin 18 Prozent der deutschen und 17 Prozent der österreichischen Personaler ein Profil hinterlegt.
XING auch das liebste Recruiting Tool
Tatsächlich spricht sich die Mehrheit der Unternehmen, die von sich sagen dass sie Social Media aktiv für die Personalsuche nutzen, für XING aus. Dort scheinen die meisten Aktivitäten zu passieren. Und das mit großem Abstand. An zweiter Stelle auch hier Facebook. LinkedIn ist bei Deutschlands HR Managern genauso beliebt wie Twitter, während man in Österreich beide Medien eher vernachlässigt.

Print Stellenbörsen und Personalberater sind die Verlierer in 2010
Harte Zeiten für Print Stellenmärkte. 46 Prozent der deutschen und 47 Prozent der Firmen aus Österreich, werden im Jahr 2010 ihre Investitionen im Bereich der Print Stellenmärkte zurückfahren. Lediglich rund die Hälfte der Unternehmen wird auch 2010 den gleichen Etat in Print investieren wie in 2009. Auch die Gilde der Personalberater wird um Verluste nicht herum kommen. Denn dort wollen 23 Prozent der Deutschen und 28 Prozent der Österreicher weniger investieren.
Wachstumskurs für die online Stellenmärkte.
In Deutschland dürfen sich online Stellenmärkte auf ein angenehmes Geschäftsjahr freuen. Die Personaler wollen tatsächlich bis zu 28 Prozent mehr als in 2009 dafür ausgeben. In Österreich sind es sogar 48 Prozent. Lediglich 5 bzw. 6 Prozent möchten hier weniger ausgeben.
Social Media ist der Gewinner
Mehr als letztes Jahr werden die Firmen vor allem für Social Media ausgeben. Hier wollen 53 Prozent der Deutschen und 51 Prozent der Österreicher investieren. Das ist der Spitzenwert im Bereich der Investitionen für 2010. In beiden Ländern sind ebenfalls 45 Prozent der Personaler sicher, das gleiche Budget wie 2009 einzusetzen. Lediglich 2 Prozent der deutschen und 4 Prozent der in Österreich ansässigen Personaler, werden hier weniger investieren

Wer die gesamte Studie inklusive Grafiken haben möchte, klickt hier um zur Anmeldung für den kostenlosen Download zu gelangen.
Mein Fazit
Unter uns gesagt, glauben die meisten Personal Manager dass man schon kräftig Social Media nutzt. Tatsächlich ist das Thema auch in der Branche angekommen. Aber noch lange nicht so wie es sollte. Personaler besitzen nicht nur meist ein Profil in XING, sondern bezeichnen es als das liebste Social Media Tool für ihre Rekrutierung. Das der Bewerber schon längst zum Informationsjunkie geworden ist und fachmännisch in Echtzeitkommunikationsdiensten wie Twitter und Facebook bespielt werden muss, ist noch zu weit weg.
Tatsächlich ist die Personalbranche eine der letzten die Social Media entdecken. Dementsprechend hinkt auch das Nutzerverhalten im Allgemeinen hinter her. Man muss aber auch zugestehen, dass Facebook, Twitter und Co. Zeit und Manpower braucht. Und das haben die Unternehmen in den wenigsten Fällen. Letztendlich tut es Not, dass sich hier etwas ändert und diese Kapazitäten geschaffen werden. Ebenso fällt auf, dass im Falle einer Nutzung, die Unternehmen gerne einfach mal anfangen. Die Zeit für blinde Versuche ist allerdings vorbei. Grobe Schnitzer kann man sich nicht mehr als Unternehmen erlauben. Das hätte man vorher üben sollen. Und einfach Jobs über Twitter posten sollte nicht Sinn der Sache sein.
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Mo, Mrz 1, 2010
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